Die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer ZV
Wir beginnen mit der Definition der Wahrscheinlichkeitsfunktion.
Gegeben sei eine Zufallsvariable eines Zufallsexperiments, wobei die möglichen Werte annehmen kann. Die Liste der Wahrscheinlichkeiten
nennt man die Wahrscheinlichkeitsfunktion von . Sie beschreibt, wie sich die Wahrscheinlichkeiten über die Ergebnisse verteilen.
Die Funktion
für jede reelle Zahl nennt man die kumulative Verteilungsfunktion von . ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Zufallsvariable einen Wert von oder kleiner annimmt. Es ist somit die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ausgang des Experiments den Wert hat.
Wo ist eigentlich die Funktion, welche im Namen Wahrscheinlichkeitsfunktion steckt? Sie wird oft nicht explizit gezeigt, ist aber wiefolgt definiert:
Es ist also zum Beispiel , und für alle verschieden von den Werten .
Häufig zeichnen wir die Wahrscheinlichkeitsfunktion in ein Koordinatensystem, wobei die Werte entlang der -Achse und die Wahrscheinlichkeiten entlang der -Achse angegeben werden. Bei der kumulativen Verteilungsfunktion zeichnen wir, wie immer bei Funktionen, die -Werte entlang der -Achse und die Ausgabe entlang der -Achse. Hier ist ein Beispiel:
Eine faire Münze wird zweimal geworfen. Die Zufallsvariable ist ="Anzahl der Köpfe".
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Bestimme die Wahrscheinlichkeitsfunktion von , und zeichne die Verteilung in einem Koordinatensystem.
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Zeichne die kumulative Verteilungsfunktion .
Solution
Die möglichen Werte von sind , wobei
Da es sich um ein Laplace-Experiment handelt, haben wir die folgende Wahrscheinlichkeitsfunktion von :
(siehe die Skizze unten).
Die kumulative Verteilungsfunktion ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Anzahl der Köpfe gleich oder kleiner als ist. Zum Beispiel,
Und so weiter. Der Graph bildet eine Treppe, wobei die Sprünge bei den Werten and erfolgen. Siehe die Skizze unten rechts.

Da die Ereignisse sich paarweise gegenseitig ausschliessen und eine Partition des Stichprobenraums bilden, haben wir die folgenden wichtigen Eigenschaften von Verteilungen:
Es sei die Wahrscheinlichkeitsfunktion einer Zufallsvariable . Es gilt:
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Für beliebige Werte von , etwa und gilt
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Die Summe aller Wahrscheinlichkeiten der Verteilung ist :
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ist die Summe aller Wahrscheinlichkeiten mit . Wenn also für ein gegebenes gilt, dass genau die Werte , dann ist
Proof
Der Beweis ist recht einfach.
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Dies folgt aus der Tatsache, dass sich die Ereignisse paarweise gegenseitig ausschliessen.
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Aus Aussage 1 und der Tatsache, dass die Vereinigung all dieser Ereignisse den Stichprobenraum bildet (da Partition), ergibt sich
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Ergibt sich aus Aussage .
Ein fairer Würfel wird zweimal gewürfelt. Betrachte die Zufallsvariable ="Summe der beiden Zahlen".
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Bestimme die möglichen Werte von .
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Bestimme und zeichne die Wahrscheinlichkeitsfunktion von .
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Bestimme die kummulative Verteilungsfunktion .
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Zeichne den Graphen von .
Solution
Der Stichprobenraum ist
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Die möglichen Werte von :
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Die Wahrscheinlichkeitsfunktion ist (Abbildung siehe unten)
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Wir haben
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Der Graph von ist unten dargestellt. Es hilft, die Punkte des Graphen zu berechnen, wo er springt:

Die Wahrscheinlichkeiten , , bilden die Wahrscheinlichkeitsfunktion einer Zufallsvariable . Bestimme den Wert und die Wahrscheinlichkeiten.
Solution
Wegen folgt
Lösen wir die Gleichen nach auf (Mitternachtsformel), erhalten wir und . Da Wahrscheinlichkeiten nicht möglich sind, müssen wir aus den Lösungen ausschliessen. Also , und .