Modulare "Wurzeln"

Strukturen Modulo 17 unter Multiplikation

Nimmt man für das Modul eine Primzahl, wird die Struktur praktikabel. Beispiele zur Modulo-Arithmetik: Modulo 1717 ist 13+8=214mod1713+8 = 21\equiv 4\mod 17 oder 49=512mod174-9 = -5\equiv12\mod17. Spannend ist auch die Multiplikation: 54=203mod175\cdot4 = 20\equiv3\mod17 und 92=181mod179\cdot 2 = 18\equiv1\mod17. Die letzte Kongruenz besagt, dass 99 das multiplikative Inverse von 22 ist (Modulo 1717):

912mod17.9\equiv \frac{1}{2} \mod 17.

(Potenzen Modulo 17 kommentiert)

Potenzen

Wir berechnen illustrativ alle Potenzen von 33 Modulo 1717.

Exercise 1: Potenzen von 3 Modulo 17

Vervollständige folgende Tabelle:

n 0 1 2 3 4 5 6 7
3n3^n 1 3 9 10
n 8 9 10 11 12 13 14 15
3n3^n
Solution
n 0 1 2 3 4 5 6 7
3n(mod17)3^n \pmod{17} 1 3 9 10 13 5 15 11
n 8 9 10 11 12 13 14 15
3n(mod17)3^n \pmod{17} 16 14 8 7 4 12 2 6

Es fällt auf, dass jede Zahl ungleich 00 eine Potenz von 33 ist; also jeder mögliche, nichttriviale Rest taucht genau einmal auf. Ausserdem stellt man fest:

31636=181mod17.3^{16}\equiv3\cdot6 = 18\equiv1\mod17.

Ausser 00 sind alle Zahlen eine Potenz von 33 und 3161mod173^{16}\equiv1\mod17 impliziert: Jede Zahl a≢0mod17a\not\equiv0\mod17 hat als 1616-te Potenz den Wert 11; denn aa ist eine Potenz von 33, also a=3na = 3^n und daher

a16=(3n)16=(316)n1n=1mod17a^{16} = (3^n)^{16} = (3^{16})^n\equiv1^n = 1\mod17

Das bedeutet, es gilt auch

a17=a,a33=a,a49=a,a^{17} = a, a^{33} = a, a^{49} = a, \dots

und daraus erhält man

a=a33=a311=(a3)11.a = a^{33} = a^{3\cdot11} = (a^3)^{11}.
Note 1

Man zieht die dritte Wurzel, indem man mit 1111 potenziert.

Exercise 2: Modulo Wurzel

Ziehe durch Potenzieren die siebte Wurzel aus a7mod17a^7\mod17.

Solution

Es gilt für ein beliebiges Element aZ17a\in\mathbb{Z}_{17}^\ast, dass a161mod17a^{16}\equiv1\mod{17}. Um die siebte Wurzel aus a7a^7 zu ziehen, suchen wir einen Exponenten xx, so dass (a7)xamod17(a^7)^x \equiv a \mod 17. Das bedeutet 7x1mod167x \equiv 1 \mod 16.

Wir erkennen, dass x=7x = 7 eine Lösung ist, denn 77=497 \cdot 7 = 49. Da 49=316+149 = 3 \cdot 16 + 1, gilt 491mod1649 \equiv 1 \mod 16.

Also können wir rechnen: (a7)7=a49=a316+1=(a16)3a113aamod17(a^7)^7 = a^{49} = a^{3 \cdot 16 + 1} = (a^{16})^3 \cdot a^1 \equiv 1^3 \cdot a \equiv a \mod 17.

Man zieht die siebte Wurzel also, indem man mit 77 potenziert.

Eine Idee zur Kryptogarphie

Kryptographie - eine erste Idee

Letztgenannte Beziehungen enthalten eine der Grundideen der Kryptologie basierend auf Zahlentheorie. Benutzt man die 1616 Zahlen von 11 bis 1616 als verkürztes Alphabet, kann man eine gewählte Zahl als Verschlüsselungsexponent verwenden - beispielsweise e=3e = 3. Die Entschlüsselung erfolgt dann mittels Potenzierung mit dem entsprechenden Entschlüsselungsexponenten d=11d = 11 - da ed=311=331(mod16)e \cdot d = 3 \cdot 11 = 33 \equiv 1 \pmod{16}.

Example 1

Wir wählen den Buchstaben c, der dem Wert 33 entspricht (da a = 1, b = 2, c = 3). Mit dem Verschlüsselungsexponenten e=3e = 3 verschlüsseln wir ihn: 3310mod173^3\equiv10\mod17. Der Chiffretext ist also 1010, was dem Buchstaben K entspricht. Zur Entschlüsselung potenzieren wir den Chiffretext mit dem Entschlüsselungsexponenten d=11d = 11: 10113mod1710^{11}\equiv3\mod17; wir erhalten wieder den Klartext c.

Ein angenehmer Aspekt dieses Verfahrens ist, dass zur Ver- und Entschlüsselung dasselbe Rechenverfahren benutzt wird (Potenzierung) - und dass die Reihenfolge von Ver- und Entschlüsselung vertauscht werden kann. Dies eröffnet in der Kryptologie interessante Möglichkeiten. Wie praktisch das Verfahren ist, hängt nun davon ab, ob und wie leicht zum "Verschlüsselungsexponenten" 33 der "Entschlüsselungsexponent" 1111 berechnet werden kann.