Modulo

Modulare Arithmetik - Rechnen mit Resten - ist ein nützliches Werkzeug der Zahlentheorie.

Example 1

Wir wissen, dass die Menge Z\mathbb{Z} in zwei Klassen aufgespalten werden kann:

  • die geraden Zahlen:
{,6,4,2,0,2,4,6,}=:[0]\{\dots,-6,-4,-2,0,2,4,6,\dots\} =: [0]
  • die ungeraden Zahlen:
{,5,3,1,1,3,5,}=:[1]\{\dots,-5,-3,-1,1,3,5,\dots\} =: [1]

Nun können wir gewisse Verallgemeinerungen formulieren: Beispielsweise ist die Summe zweier gerader Zahlen wieder gerade; die Summe einer geraden und einer ungeraden Zahl ist ungerade; die Summe zweier ungerader Zahlen ist gerade; das Produkt zweier gerader Zahlen ist gerade, usw.

Note 1: Modul

Im obigen Beispiel ist der sogenannte Modul gleich 22. Der Modulus kann als Anzahl der Klassen betrachtet werden, in die unsere Zahlenmenge Z\mathbb{Z} aufgeteilt wird.

Note 2

Jetzt legen wir für jede der beiden Klassen ein Symbol fest: Wir schreiben [0][0] für die Klasse der geraden Zahlen - die Bezeichnung erfolgt nach dem kleinsten nicht-negativen Element. Wir schreiben oft kurz 00 für die Klasse aller geraden Zahlen und 11 für die Klasse aller ungeraden Zahlen, wählen also einen Repräsentanten. Wir hätten auch 22 und 33, oder 32-32 und 177177 wählen können; 00 und 11 sind aber die üblichen Bezeichnungen.

Example 2

Die Aussage

Die Summe zweier gerader Zahlen ist eine gerade Zahl.

wird schlanker wie folgt geschrieben:

0+00(mod2)0+0\equiv0\pmod 2

Das Symbol \equiv beziechnet nicht Gleichheit, sondern Kongruenz. (mod2)\pmod 2 bedeutet, dass unser Modulus 22 ist; obige Aussage liest man: "Null plus Null ist kongruent Null Modulo Zwei". Die Aussage, dass die Summe einer geraden und einer ungeraden Zahl ungerade ist, schreibt sich

0+11(mod2).0+1\equiv1\pmod 2.
Example 3

Diese Beispiele sind trivial. Wie aber schreiben wir, dass die Summe zweier ungerader Zahlen gerade ist?

1+10(mod2).1+1\equiv0\pmod 2.

Analoge Aussagen erhält man für die Multiplikation:

000(mod2)010(mod2)111(mod2)\begin{align*} 0\cdot0&\equiv0\pmod 2\\ 0\cdot1&\equiv0\pmod 2\\ 1\cdot1&\equiv1\pmod 2 \end{align*}

Definition

Selbstverständlich kann man allgemein Modulo mm, mNm\in\mathbb{N}, rechnen. Wir definieren

Definition 1: Kongruent Modulo

Sei nNn\in\mathbb{N}. Zwei Zahlen a,bZa,b\in\mathbb{Z} heissen kongruent Modulo nn, falls ein kZk\in\mathbb{Z} existiert, so dass ab=kna-b=k\cdot n. Man schreibt

ab(modn).a\equiv b\pmod n.
Example 4

55 und 88 sind kongruent Modulo 33, denn es gilt 58=135-8=-1\cdot 3.

Example 5

Wir betrachten ganze Zahlen Modulo 33. Klar ist, dass alle Vielfachen von 33, 3k3k, kongruent Modulo 33 sind, da jede Differenz zweier solcher Zahlen durch 33 teilbar ist. Analog sind alle Zahlen der Form 3k+13k+1 und alle Zahlen der Form 3k+23k+2 kongruent Modulo 33, kZk\in\mathbb{Z}.

630369(mod3)741258(mod3)852147(mod3)\begin{align*} \dots\equiv-6\equiv-3\equiv0\equiv3\equiv6\equiv9\dots\pmod 3\\ \dots\equiv-7\equiv-4\equiv-1\equiv2\equiv5\equiv8\dots\pmod 3\\ \dots\equiv-8\equiv-5\equiv-2\equiv1\equiv4\equiv7\dots\pmod 3 \end{align*}

Die Uhr

Ein alltäglicher Fall ist der Modulus 1212. Man nennt den Fall m=12m=12 auch die Uhr-Arithmetik.

Example 6

Wenn es 07:00 Uhr ist, welche Zeit haben wir in 25Stunden25\,\text{Stunden}. Da 251(mod12)25\equiv1\pmod{12} können wir einfach 11 zu 77 addieren:

7+257+18(mod12).7+25\equiv7+1\equiv8\pmod{12}.

Also 08:00 Uhr.

Die Sekunden und Minuten auf der Uhr sind auch modular, nämlich Modulo 6060.

Rechenregeln

Die Grundlage für folgende Rechenregeln (a,bZa,b\in\mathbb{Z} und m,nNm,n\in\mathbb{N}) mit Moduln bildet

Theorem 1
ab(modn)    ab0(modn)    n(ab)a\equiv b\pmod n \;\Leftrightarrow\; a-b\equiv 0\pmod n \;\Leftrightarrow\; n\mid(a-b)
Proof

Per Definition von Kongruenz: ab(modn)a\equiv b\pmod n genau dann, wenn n(ab)n\mid(a-b). Die Umformung ab0(modn)a-b\equiv 0\pmod n ist nur eine andere Schreibweise derselben Aussage.

Theorem 2
ab(modn)a+cb+c(modn)a\equiv b\pmod n \quad\Leftrightarrow\quad a+c\equiv b+c\pmod n
Proof

Gelte ab(modn)a\equiv b\pmod n. Dann ist n(ab)n\mid(a-b). Also n((a+c)(b+c))n\mid((a+c)-(b+c)). Damit a+cb+c(modn)a+c\equiv b+c\pmod n - umgekehrt subtrahiert man.

Theorem 3
ab(modn)acbc(modn)a\equiv b\pmod n \quad\Rightarrow\quad ac\equiv bc\pmod n
Proof

Aus ab(modn)a\equiv b\pmod n folgt n(ab)n\mid(a-b). Damit nc(ab)=(acbc)n\mid c(a-b)=(ac-bc). Also acbc(modn)ac\equiv bc\pmod n.

Theorem 4
ab(modn)ambm(modn)a\equiv b\pmod n \quad\Rightarrow\quad a^m\equiv b^m\pmod n
Proof

Induktion über nn:
n=1n=1 trivial.
Angenommen ambm(modn)a^m\equiv b^m\pmod n. Dann am+1=amabma(modn)a^{m+1}=a^m\cdot a\equiv b^m\cdot a\pmod n. Da ab(modn)a\equiv b\pmod n, folgt bmabmb=bm+1(modn)b^m\cdot a\equiv b^m\cdot b=b^{m+1}\pmod n; damit am+1bm+1(modn)a^{m+1}\equiv b^{m+1}\pmod n.

Theorem 5
ab(modn) und cd(modn)a+cb+d(modn)a\equiv b\pmod n \text{ und } c\equiv d\pmod n\quad\Rightarrow\quad a+c\equiv b+d\pmod n
Proof

Aus ab(modn)a\equiv b\pmod n folgt n(ab)n\mid(a-b). Aus cd(modn)c\equiv d\pmod n folgt n(cd)n\mid(c-d). Addieren liefert n((a+c)(b+d))n\mid((a+c)-(b+d)); also a+cb+d(modn)a+c\equiv b+d\pmod n.

Theorem 6
ab(modn) und cd(modn)acbd(modn)a\equiv b\pmod n \text{ und } c\equiv d\pmod n\quad\Rightarrow\quad ac\equiv bd\pmod n
Proof

Aus ab(modn)a\equiv b\pmod n folgt n(ab)n\mid(a-b). Aus cd(modn)c\equiv d\pmod n folgt n(cd)n\mid(c-d). Schreibe acbd=(ab)c+b(cd)ac-bd=(a-b)c+b(c-d). Beide Summanden sind durch nn teilbar; also n(acbd)n\mid(ac-bd) und acbd(modn)ac\equiv bd\pmod n.

Theorem 7
gcd(a,n)=1 und abac(modn)bc(modn)\gcd(a,n)=1 \textup{ und } ab\equiv ac\pmod n\quad\Rightarrow\quad b\equiv c\pmod n
Proof

Aus abac(modn)ab\equiv ac\pmod n folgt na(bc)n\mid a(b-c). Da gcd(a,n)=1\gcd(a,n)=1, teilt nn (bc)(b-c); also bc(modn)b\equiv c\pmod n.

Exercise 1: Sätze beweisen

Gib konkrete Beispiele zu den Sätzen und beweise sie.

Solution

Zum Beispiel zur Addition:

410(mod3)    4+210+2(mod3).4\equiv10\pmod 3\;\Rightarrow\; 4+2\equiv10+2\pmod 3.

Beweis über die Definition: Gelte ab(modn)a\equiv b\pmod n und sei cZc\in\mathbb{Z} beliebig. Das heisst kZ\exists k\in\mathbb{Z} mit ba=knb-a=kn und daraus

kn=ba=(b+c)(a+c).kn=b-a=(b+c)-(a+c).

Das heisst a+cb+c(modn)a+c\equiv b+c\pmod n.

Exercise 2: Einfache Restberechnungen

a) 37mod637 \bmod 6

b) 125mod12125 \bmod 12

c) 1001mod91001 \bmod 9

d) 234mod11234 \bmod 11

e) 5678mod105678 \bmod 10

f) 999mod7999 \bmod 7

g) 81mod1381 \bmod 13

h) 31415mod831415 \bmod 8

Solution

a) 37=66+1    371(mod6)37=6\cdot 6+1\;\Rightarrow\;37\equiv 1\pmod 6.

b) 125=1210+5    1255(mod12)125=12\cdot 10+5\;\Rightarrow\;125\equiv 5\pmod{12}.

c) Quersumme 1+0+0+1=2    10012(mod9)1+0+0+1=2\;\Rightarrow\;1001\equiv 2\pmod 9.

d) 234=1121+3    2343(mod11)234=11\cdot 21+3\;\Rightarrow\;234\equiv 3\pmod{11}.

e) Rest bei Division durch 1010 ist einfach die letzte Ziffer: 56788(mod10)5678\equiv 8\pmod{10}.

f) 999=7142+5    9995(mod7)999=7\cdot 142+5\;\Rightarrow\;999\equiv 5\pmod 7.

g) 81=136+3    813(mod13)81=13\cdot 6+3\;\Rightarrow\;81\equiv 3\pmod{13}.

h) 31415=83926+7    314157(mod8)31415=8\cdot 3926+7\;\Rightarrow\;31415\equiv 7\pmod 8.

Äquivalenzrelation

Definition 2: Äquivalenzrelation

Eine Relation auf einer Menge M\mathbb{M} \neq \emptyset, die für beliebige a,b,ca,b,c und m0m\neq0 folgende drei Bedingungen erfüllt:

  • aa(modm)a\equiv a\pmod m (Reflexivität)
  • Falls ab(modm)a\equiv b\pmod m, dann gilt ba(modm)b\equiv a\pmod m (Symmetrie)
  • Falls ab(modm)a\equiv b\pmod m und bc(modm)b\equiv c\pmod m, dann ac(modm)a\equiv c\pmod m (Transitivität)

nennt man Äquivalenzrelation auf M\mathbb{M}.

Note 3: Restklassen

Die Äquivalenzrelation (modm)\pmod m teilt Z\mathbb{Z} in mm Äquivalenzklassen.

Definition 3: Äquivalenzklasse

Sei MM eine Menge und \sim eine Äquivalenzrelation auf MM. Für ein Element aMa\in M heisst die Menge

a:={xMxa}\overline{a} := \{\,x\in M \mid x \sim a\,\}

die Äquivalenzklasse von aa bezüglich \sim; sie besteht also aus allen Elementen von MM, die zu aa in Relation stehen.

Man schreibt manchmal für die Äquivalenzklasse einer Zahl aa etwa [a][a] oder auch a\overline{a}, um zwischen Zahl und Klasse zu unterscheiden. (Äquivalenz kommentiert)

Note 4: Induzierte Partition

Jede Äquivalenzrelation \sim auf einer Menge M\mathbb{M} induziert in natürlicher Weise eine Partition von den in M\mathbb{M} enthaltenen Äquivalenzklassen.

Solution

In der Tat:

Sei aMa\in\mathbb{M} beliebig; betrachte [a]={xMxa}[a] = \{x\in\mathbb{M} \mid x\sim a\}: Da \sim reflexiv, gilt aaa\sim a; also gehört aa sicher zu seiner eigenen Äquivalenzklasse [a][a]. Wir haben also mit aM[a]=M\bigcup_{a\in\mathbb{M}}[a] = \mathbb{M} eine Überdeckung von M\mathbb{M}.

Um die Partition einzusehen betrachten wir zwei Äquivalenzklassen [a][a] und [b][b] mit nichtleerem Schnitt: [a][b][a]\cap[b] \neq \emptyset. Also gibt es c[a][b]c\in[a]\cap[b], d.h. c[a]c\in[a] und c[b]c\in[b]. Es folgt cac\sim a und cbc\sim b, also aca\sim c und cbc\sim b und schliesslich aba\sim b - dieses Resultat brauchen wir für die Fortsetzung.

Sei x[a]x\in[a], d.h. xax\sim a und mit dem Resultat von eben xbx\sim b, also [a][b][a]\subset[b]. Ist x[b]x\in[b] folgt analog [b][a][b]\subset[a]; also [a]=[b][a] = [b]. Das heisst Äquivalenzklassen, welche einen nichtleeren Schnitt haben, sind identisch. Also teilt \sim die Menge M\mathbb{M} in disjunkte Äquivalenzklassen - Partitionen.

Exercise 3: 🧩

Zeige, dass das Gleichungssystem

11x5y=79x+10y=3\begin{align} 11x-5y=7\\ 9x+10y=-3 \end{align}

keine ganzzahlige Lösung besitzt.

Solution

Modulo 22 gilt:

x+y1x1\begin{align} x+y\equiv1\\ x\equiv1 \end{align}

Also ist xx ungerade und yy gerade. Modulo 55 gilt:

x24x2\begin{align} x\equiv2\\ 4x\equiv2 \end{align}

Es folgt 5x45x\equiv4, Widerspruch, da 5x0mod55x\equiv0\mod5!

Exercise 4: 🧩

Zeige, dass für x,y,zZx,y,z\in\mathbb{Z} mit

x2+y2=z2x^2+y^2=z^2

mindestens eine der Zahlen durch 22, mindestens eine durch 33 und mindestens eine durch 55 teilbar ist.

Solution

Modulo 22 betrachten wir die Fälle z20z^2\equiv0 und z21z^2\equiv1. Im ersten Fall gälte dann x20x^2\equiv0 und y20y^2\equiv0 oder x21x^2\equiv1 und y21y^2\equiv1. Für den zweiten Fall gilt oEdA x21x^2\equiv1 woraus y20y^2\equiv0 und damit y0y\equiv0 folgt. Also ist immer sicher mindestens eine Zahl durch 22 teilbar.

Modulo 33 gelte z21z^2\equiv1. Dann muss oEdA x21x^2\equiv1 und y20y^2\equiv0 gelten, also y0mod3y\equiv0\mod{3}. Oder es wäre x22x^2\equiv2 und y22y^2\equiv2. Aber das kann wegen x2x\equiv\sqrt{2} nicht passieren. Aus dem gleichen Grund muss z22z^2\equiv2 nicht betrachtet werden und für z20z^2\equiv0 ist die Behauptung trivial. Somit ist mindestens eine Zahl durch 33 teilbar.

Modulo 55 äquivalent zu 00 ist wiederum trivial. Gelte noch Modulo 55 z21z^2\equiv1 oder z24z^2\equiv4. Im ersten Fall sind nur möglich x1x\equiv1 und y0y\equiv0 oder viceversa. Im zweiten Fall klappt nur x4x\equiv4 woraus y0y\equiv0 folgt. Also ist sicher mindestens eine Zahl durch 55 teilbar.

Exercise 5: 🧩

a) Finde das kleinste xNx\in\mathbb{N} mit x7(mod9)x\equiv 7\pmod 9 und x2(mod4)x\equiv 2\pmod 4.

b) Löse 5x1(mod12)5x\equiv 1\pmod{12}.

c) Löse 6x9(mod15)6x\equiv 9\pmod{15} (alle Kongruenzklassen).

d) Berechne 2100mod72^{100}\bmod 7.

e) Bestimme die letzte Ziffer von 320253^{2025}.

Solution

a) Schreibe x=7+9kx=7+9k. Bedingung 7+9k2(mod4)    9k53(mod4)7+9k\equiv 2\pmod 4\;\Leftrightarrow\;9k\equiv -5\equiv 3\pmod 4.
Da 91(mod4)9\equiv 1\pmod 4, gilt k3(mod4)k\equiv 3\pmod 4. Kleinste Wahl k=3k=3, also x=7+27=34x=7+27=34.

b) Wir suchen xx mit 5x1(mod12)5x\equiv 1\pmod{12}. Test: 55=251(mod12)5\cdot 5=25\equiv 1\pmod{12}.
Also x5(mod12)x\equiv 5\pmod{12}.

c) gcd(6,15)=3\gcd(6,15)=3 teilt 99, also lösbar. Durch 33 kürzen:

6x9  (mod15)    2x3  (mod5).6x\equiv 9\;(\bmod 15)\;\Leftrightarrow\;2x\equiv 3\;(\bmod 5).

Inverse von 22 mod 55 ist 33 (denn 23=612\cdot 3=6\equiv 1). Somit

x3394  (mod5).x\equiv 3\cdot 3\equiv 9\equiv 4\;(\bmod 5).

Alle Lösungen: x4(mod5)x\equiv 4\pmod 5 (also x=4,9,14,x=4,9,14,\dots).

d) Mod 77 hat 2k2^k Periode 33 (denn 23=812^3=8\equiv 1). 1001(mod3)100\equiv 1\pmod 3, also

2100212  (mod7).2^{100}\equiv 2^{1}\equiv 2\;(\bmod 7).

e) Mod 1010 hat 3k3^k Periode 44 und 20251(mod4)2025\equiv 1\pmod 4, also

32025313  (mod10).3^{2025}\equiv 3^{1}\equiv 3\;(\bmod 10).

Letzte Ziffer: 33.

Osterformel

Die Osterformel von Gauss

Die Gauss'sche Osterformel erlaubt die Berechnung des Osterdatums für ein gegebenes Jahr. Das Verfahren gilt allgemein für den Gregorianischen Kalender.

Note 5

In seltenen Fällen kann der Algorithmus im Gregorianischen Kalender den 26. April als spätesten Ostersonntag liefern. Die bei der Kalenderreform aufgestellte Zusatzbestimmung, dass der letzte mögliche Ostersonntag der 25. April ist, muss zusätzlich beachtet werden.

Nun zum Verfahren (÷\div steht für eine ganzzahlige Division ohne Nachkommastellen):

a=Jahrmod19b=Jahrmod4c=Jahrmod7k=Jahr÷100p=(8k+13)÷25q=k÷4M=(15+kpq)mod30N=(4+kq)mod7d=(19a+M)mod30e=(2b+4c+6d+N)mod7\begin{align*} a &= \text{Jahr}\mod19\\ b &= \text{Jahr}\mod4\\ c &= \text{Jahr}\mod7\\ k &= \text{Jahr}\div100\\ p &= (8k+13)\div25\\ q &= k\div4\\ M &= (15+k-p-q)\mod30\\ N &= (4+k-q)\mod7\\ d &= (19a+M)\mod30\\ e &= (2b+4c+6d+N)\mod7 \end{align*}

Mit den so bestimmten Variablen kann man nun das Osterdatum berechnen:

Ostern=(22+d+e)ter Ma¨rz,\text{Ostern}=(22+d+e)\text{ter März},

wobei der 32. März der 1. April ist etc.

Exercise 6: Osterformel von Gauss

Berechne das Datum der nächsten Ostern.

Solution

Selbstkontrolle ;)