On Hilbert's Hotel

Hilberts Hotel

Hilbert’s Hotel ist ein Gedankenexperiment des Mathematikers David Hilbert, das die Besonderheiten unendlicher Mengen veranschaulicht.
Das Hotel hat unendlich viele Zimmer: 1,2,3,1,2,3,\dots. Obwohl jedes Zimmer besetzt ist, kann man immer noch neue Gäste aufnehmen.


1. Ein Gast kommt

Alle Gäste ziehen von Zimmer nn in Zimmer n+1n+1.
→ Zimmer 11 wird frei.


2. Unendlich viele neue Gäste kommen (ein Bus)

Alle Gäste ziehen von nn in 2n2n.
→ Alle geraden Zimmer sind belegt, die ungeraden frei.
→ Die Gäste aus dem Bus können in die freien ungeraden Zimmer ziehen.


3. Unendlich viele Busse mit je unendlich vielen Gästen

Nun kommen Bus 1,2,3,1,2,3,\dots, jeder mit unendlich vielen Fahrgästen.

Idee: Wir brauchen eine Vorschrift, die jedes Paar (Busnummer, Sitzplatznummer) eindeutig auf ein Hotelzimmer abbildet.

Lösung mit Primfaktorzerlegung

Jede natürliche Zahl hat eine eindeutige Primfaktorzerlegung.

Beispiel:

Da jede Zahl eindeutig in Primfaktoren zerlegt werden kann, kommt es zu keiner Doppelbelegung.


4. Was zeigt das?


5. Fazit

Hilbert’s Hotel illustriert:

Unendlichkeit in der Mathematik

Wenn man über das Unendliche spricht, merkt man schnell, dass es nicht nur ein einziges „unendlich“ gibt. Schon die natürlichen Zahlen reichen ohne Ende weiter – ihre Menge nennt man abzählbar unendlich. Dieses kleinste Unendlichkeitssymbol der Mengenlehre wird oft mit ω\omega (dem ersten Ordinal) oder mit 0\aleph_0 (Aleph-Null, der kleinsten unendlichen Kardinalität) bezeichnet.

Doch es gibt noch „grössere“ Unendlichkeiten: Die Menge der reellen Zahlen zum Beispiel ist nicht mehr abzählbar, sondern überabzählbar. Damit eröffnet sich eine Hierarchie des Unendlichen, in der 0\aleph_0 nur der erste Schritt ist – ein Tor zu einer unendlichen Folge weiterer, immer grösserer Mächtigkeiten.

Die Kontinuumshypothese

Die Kontinuumshypothese (CH) besagt, dass es keine Mächtigkeit zwischen derjenigen der natürlichen Zahlen (0\aleph_0) und derjenigen der reellen Zahlen (c\mathfrak{c}, „das Kontinuum“) gibt. Formal also:

c=1.\mathfrak{c} = \aleph_1.

Hierbei ist 1\aleph_1 die kleinste überabzählbare Kardinalzahl.

Kurt Gödel (1940) zeigte, dass CH nicht widerlegbar ist, sofern die Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre (ZFC) konsistent ist. Paul Cohen (1963) bewies, dass CH nicht beweisbar ist. Damit ist CH unabhängig von ZFC – man kann sie annehmen oder verwerfen, ohne in Widerspruch zur Standard-Mengenlehre zu geraten.

Ordinalzahlen und Potenzen von ω\omega

Während Kardinalzahlen die „Grösse“ von Mengen beschreiben, erfassen Ordinalzahlen die „Anordnung“. Das kleinste unendliche Ordinal ist ω\omega, die Ordnung der natürlichen Zahlen.

Alle diese Ordinalzahlen sind abzählbar (haben Kardinalität 0\aleph_0), doch sie unterscheiden sich streng ordinal und zeigen die Vielfalt unendlicher Strukturen.