Relation & Abbildung
Zunächst soll hier auf den allgemeinen Abbildungsbegriff eingegangen werden.
Relation
Personen oder auch Dinge stehen oft in Beziehung. Es gibt verwandtschaftliche oder freundschaftliche Beziehungen. Manche Beziehungen lassen sich graphisch darstellen und mathematisch beschreiben. Im Folgenden werden Menge und Beziehungen zwischen ihren Elementen betrachtet.
Es gibt eine Beziehung, in der Mathematik sagt man Relation, zwischen den Mitgliedern dieser Klasse und den möglichen Freifächern, welche Angeboten werden.
Unter einer Relation zwischen den Elementen der Mengen und versteht man eine beliebige Beziehung (Zuordnung), wodurch jedem Element kein, genau ein oder mehr als ein Element zugeordnet wird. Man schreibt
Im obigen Beispiel steht für "zu einem Klassenmitglied das Freifach zuordnen", für die Menge der Schülerinnen und Schüler der Klasse und für die Menge der angebotenen Freifächer.
Offensichtlich kann jede Relation als Menge von geordneten Paaren notiert werden. Damit lässt sich der Relationsbegriff auch rein Mengentheoretisch definieren, nämlich via Produktmengen.
Produktmenge
Die Produktmenge zweier Mengen und besteht aus sämtlichen geordneten Paaren mit und . Man schreibt
(lies "A kreuz B")
Sind und , dann ist ihre Produktmenge
Ermittle die Mengen und , falls
Solution
Eine Relation zwischen den Elementen der Mengen und ist eine Teilmenge der Produktmenge .
Falls die Mengen und Zahlenmengen sind, können die Paare als Punkte in einem rechtwinkligen Koordinatensystem veranschaulicht werden.
Die Darstellung der Relationen in einem rechtwinkligen Koordinatensystem nennt man das Bild oder den Plot der Relation.
Abbildung
Unter einer Abbildung einer Menge in eine Menge wird eine Zuordnung verstanden, die jedem Element genau ein Element zuordnet. heisst dann das Bild von und ist ein Urbild von .
Ein Element aus kann kein Urbild, ein Urbild oder mehrere Urbilder haben. In diesem Zusammenhang werden drei spezielle Eigenschaften von Abbildungen unterschieden:
-
Eine Abbildung heisst injektiv, wenn verschiedene Elemente aus verschiedene Bilder haben, mit anderen Worten: Wenn jedes Element in höchstens ein Urbild hat.
-
Hat jedes Element aus mindestens ein Urbild, so spricht man von einer surjektiven Abbildung.
-
Hat jedes Element aus genau ein Urbild, so handelt es sich um eine eineindeutige Abbildung von auf . Eine solche Abbildung heisst auch bijektiv.
Eine Abbildung ist genau dann bijektiv, wenn sie surjektiv und injektiv ist.
Proof
trivial
Betrachte die Abbildung . Je nach Einschränkung des Definitions- und/oder des Bildbereiches können verschiedene Situationen kreiert werden.
Jede Funktion kann problemlos, d.h. ohne Einschränkung der Funktion, zu einer surjektiven gemacht werden, indem die "überflüssigen" Elemente aus der Bildmenge gestrichen werden. Bei nicht injektiven geht das nicht ohne die Funktion zu beeinträchtigen.
Oft ist es so, dass die Menge mit zusammenfällt. Man spricht dann von einer Abbildung der Menge A in sich.
Die meisten Funktionen, die du bis jetzt in der Analysis angetroffen hast, sind Abbildungen von Zahlenmengen (meist ) in sich. In der Geometrie sind Verschiebung, Spiegelung oder Drehung einer Ebene so geartete Abbildungen. Es sind Abbildungen vom in sich.
Eine spezielle Abbildung einer Menge in sich ist die sogenannte Identität. Sie führt jedes Element in sich selbst über. Sie wird mit oder häufig allgemein als bezeichnen. Es ist die Abbildung bei der nichts passiert, also alles beim Alten bleibt.
Verknüpfung und Inverse
Werden zwei Abbildungen und hintereinander ausgeführt, so spricht man von einer Verknüpfung zweier Abbildungen. Es resultiert eine neue Abbildung . Geschrieben:
Beachte die Reihenfolge!
Ist eine bijektive Abbildung von nach , so hat gemäss Definition jedes Element aus genau ein Urbild. Es muss damit auch möglich sein, eine neue, "umgekehrte" Abbildung von nach zu definieren, die jedem Bild der Abbildung sein Urbild zuordnet. Eine solche Abbildung heisst inverse Abbildung oder Umkehrabbildung von und wird mit oder bezeichnet.
Ist eine bijektive Abbildung so gilt:
Proof
trivial
Die Funktion ist eine bijektive Abbildung; sie besitzt also eine Umkehrabbildung, nämlich .
Bestätige rechnerisch dieses Beispiel.
Solution
.
Die Abbildung bezeichne eine Drehung der Ebene um um einen Punkt . Auch diese Abbildung ist bijektiv. Die Umkehrabbildung ist dann ...
Solution
... die Drehung um um .
Die Funktion soll auf einem möglichst grossen Bereich umgekehrt werden.
Solution
Der Scheitel--Wert ist bei . Man invertiert einen der beiden Parabeläste: oder .
a) Es sei und die Menge der ganzen Zahlen. Die Abbildung führe jede Zahl in ihr Doppeltes über. Die Abbildung ...
b) Es sei und die selbe Ebene. Die Abbildung bezeichne die Verknüpfung einer zentrische Streckung mit dem Faktor von einen Punkt aus und einer Verschiebung (Translation) um den Vektor . Die Abbildung \dots (i) ist injektiv, (ii) surjektiv, (iii) bijektiv, (iv) besitzt eine inverse Abbildung?
Solution
a) injektiv, keine, falls man auf ganz invertieren muss. Sonst Multiplikation mit
b) injektiv, surjektiv, bijektiv; die Inverse ist verkettet mit einer zentrischen Streckung an mit Faktor .
Wie oben:
a) , mit ,
b) , mit und ,
c) , mit und ,
d) , mit und ,
e) Projektion der Ebene auf die x-Achse,
f) (Inversion am Einheitskreis)
Solution
a) bijektiv,
b) surjektiv
c) injektiv,
d) bijektiv,
e) surjektiv
f) injektiv für