Ganze, rationale & reelle Zahlen

Ganze Zahlen

Historisches

Der indische Mathematiker und Astronom Brahmagupta (598-630) erkannte als einer der ersten das Wechselspiel von Zahlzeichen, indem er Regeln für das Teilen von Zahlen aufstellte:

"Positiv geteilt durch positiv oder negativ geteilt durch negativ gibt positiv. Positiv geteilt durch negativ oder negativ geteilt durch positiv gibt negativ."

In Europa erlaubte erst Fibonacci (1180-1241) in seiner Finanzmathematik negative Zahlen und interpretierte sie korrekterweise als Schulden.

Die Geschichte der Null

Ein ähnlich schwieriger Stand wie die negativen Zahlen hatte die Zahl Null, die in Europa auf Ablehnung und Unverständnis stiess: Null wurde mit nichts gleichgesetzt.

Eine Geschichte der Unendlichkeit

Exercise 1: Hilberts Hotel

Hilberts Hotel ist ein Hotel mit unendlichen vielen, nummerierten Zimmern (1,2,3,)(1,2,3,\dots). Der Portier ist mit allen Zimmern durch eine Gegensprechanlage verbunden. Aktuell sind alle unendlich vielen Zimmer besetzt.

a) Es kommt ein Besucher an und möchte gerne ein Zimmer zum Übernachten buchen. Kann der Portier eines offerieren?

b) Es kommen unendlich viele Besucher an und möchten gerne ein Zimmer zum Übernachten buchen. Kann der Portier diese offerieren?

Solution

a) Der Portier kann die unendlich vielen Gäste auffordern, ihr Zimmer zu verlassen und das Zimmer mit der um 11 grösseren Nummer zu belegen. Also 121\rightarrow 2, 232\rightarrow3, 343\rightarrow4 etc. Nun ist Zimmer Nummer 11 frei. Als Funktion geschrieben: f:NNf:\mathbb{N}\longrightarrow\mathbb{N}, f(n)=n+1f(n)=n+1.

b) Der Portier kann die unendlich vielen Gäste auffordern, ihr Zimmer Nummer nn zu verlassen und ins Zimmer Nummer 2n2n zu wechseln. So werden unendlich viele Zimmer frei, nämlich alle mit ungeraden Nummern. f:NNf:\mathbb{N}\longrightarrow\mathbb{N}, f(n)=2nf(n)=2n

Exercise 2: Bijektiv

Haben N\mathbb{N} und Z\mathbb{Z} gleich viele Elemente?

Solution

Beispielsweise kann man alle geraden Zahlen auf die positiven Werte und alle ungeraden Zahlen den negativen Werten zuordnen:

f:N0Z,f(n)={n21falls n geraden+12falls n ungeradef:\mathbb{N}_0\longrightarrow\mathbb{Z}, f(n)=\begin{cases} \frac{n}{2}-1 & \text{falls $n$ gerade}\\ -\frac{n+1}{2} & \text{falls $n$ ungerade} \end{cases}

Etwas stringenter definiert man: Zwei Mengen A\mathbb{A} und B\mathbb{B} heissen gleichmächtig (haben gleich viele Elemente), falls es eine bijektive Abbildung f:ABf:\mathbb{A}\longrightarrow\mathbb{B} gibt.

Rationale Zahlen

Normalbrüche

In der Menge der ganzen Zahlen Z\mathbb{Z} kann die Division nicht immer ausgeführt werden.

Example 1

Die Rechnung 8÷2\,8\div 2\, liefert zwar wieder ein Element aus Z\mathbb{Z} als Lösung (nämlich 4), aber   8÷3\;8\div 3\, ist in Z\mathbb{Z} nicht mehr lösbar, denn 83=2.6Z\,\frac{8}{3}=2.\overline{6}\notin\mathbb{Z}.

Wir suchen deshalb eine möglichst einfache Menge, welche die ganzen Zahlen enthält und welche die Division uneingeschränkt zulässt (ausser der Division durch 0, natürlich!). Dies wird durch die Menge der rationalen Zahlen

Q={pqpZ,qN}\mathbb{Q} = \left\{\frac{p}{q}\mid p\in\mathbb{Z},\,q\in\mathbb{N}\right\}

gewährleistet.

Dezimalbrüche

Dezimalbrüche können wegen Betrachtungen zur schriftlichen Division in zwei Kategorien eingeteilt werden: Dezimalbrüche

Gedanken zu rationalen Zahlen

Note 1: Abzählbarkeit von $\mathbb{Q}$

Das folgende Bild illustriert die Beweisidee zur Abzählbarkeit von Q\mathbb{Q}.

Das bedeutet dann, dass card(N)=card(Z)=card(Q)\operatorname{card}(\mathbb{N})=\operatorname{card}(\mathbb{Z})=\operatorname{card}(\mathbb{Q}).

Exercise 3: 🧩

In welchen Fällen ist die Dezimaldarstellung abbrechend?

Solution

Sie ist für einen gekürzten Bruch genau dann abbrechend, wenn bei der schriftlichen Division der Rest 00 übrig bleibt. Dazu muss der Nenner Teiler eines Vielfachen einer Zehnerpotenz sein. Für kNk\in\mathbb{N} darf also wegen (10)k=(25)k=2k5k(10)^k=(2\cdot5)^k=2^k\cdot5^k die Primfaktorzerlegung des Nenners nur aus 22en und 55en bestehen.

Exercise 4: Periodenlänge

Behauptung: Die Periodenlänge eines Bruches

1q\frac{1}{q}

wird nie länger als q1q-1.

Solution

Sei qNq\in\mathbb{N} beliebig. Bei der schriftlichen Division von 11 mit qq können sicherlich nur Reste kleiner qq auftauchen; also die Reste 0,1,2,3,,q10,1,2,3,\dots,q-1. Dies sind qq Stück. Im Falle vom Rest 00 haben wir eine abbrechende Dezimaldarstellung. Also können alternierend höchstens die Reste 1,2,3,,q11,2,3,\dots,q-1 vorkommen, und das sind q1q-1 Stück. Die Periodenlänge ist daher nie grösser als q1q-1.

Exercise 5: Bruch zu Dezimalzahl

Verwandle den Bruch 311\frac{3}{11} in eine Dezimalzahl.

Solution3÷11=0.272730÷11=280÷11=7\begin{align*} 3\div11 &= 0.27\overline{27}\tag{Rest 3}\\ 30\div11 &=2\tag{Rest 8}\\ 80\div11 &=7\tag{Rest 3} \end{align*}
Example 2

Die rationalen Zahlen liegen dicht in den reellen Zahlen.
Die Zahl π3.14159\pi\approx 3.14159\dots ist irrational. Nimmt man ε=0.01\varepsilon=0.01, so ist 2273.1428\tfrac{22}{7}\approx 3.1428 eine rationale Zahl, die im Abstand kleiner als 0.010.01 von π\pi liegt.

Example 3

Jede rationale Zahl wird genau durch einen gekürzten Bruch repräsentiert. Die Zahl 68\tfrac{6}{8} ist gleich 34\tfrac{3}{4}. Da gcd(3,4)=1\gcd(3,4)=1, ist 34\tfrac{3}{4} die eindeutige gekürzte Bruchdarstellung.

Exercise 6: 🧩

Zeige, dass jede rationale Zahl eindeutig als gekürzter Bruch geschrieben werden kann.

Solution

Falls gcd(p,q)=1\gcd(p,q)=1, ist der Bruch pq\tfrac{p}{q} vollständig gekürzt.
Angenommen, es gäbe zwei verschiedene vollständig gekürzte Brüche pq\tfrac{p}{q} und rs\tfrac{r}{s} für dieselbe Zahl:

pq=rsmit p,rZ,q,sN.\frac{p}{q}=\frac{r}{s}\quad\text{mit }p,r\in\mathbb{Z}\,,q,s\in\mathbb{N}.

Dann folgt

ps=rq.p\cdot s = r\cdot q.

Da gcd(p,q)=1\gcd(p,q)=1, muss qq ein Teiler von ss sein. Analog folgt aus gcd(r,s)=1\gcd(r,s)=1, dass ss ein Teiler von qq ist.
Daher q=sq=s, und daraus p=rp=r.
Also gibt es zu jeder rationalen Zahl genau eine Darstellung pq\tfrac{p}{q} mit gcd(p,q)=1\gcd(p,q)=1.

Reelle Zahlen

Exercise 7: 🧩

Zeige, dass zwischen je zwei rationalen Zahlen a,bQa,b\in\mathbb{Q} mit a<ba<b wieder eine rationale Zahl liegt.

Solution

Wir vermuten beispielsweise a+b2\frac{a+b}{2}.
Nach Voraussetzung ist a<ba<b. Es folgt a+a<a+b<b+ba+a<a+b<b+b, also 2a<a+b<2b2a<a+b<2b und damit a<a+b2<ba<\frac{a+b}{2}<b. Zwischen aa und bb liegt also sicher ihr arithmetisches Mittel a+b2\frac{a+b}{2}, was gemäss Definition wieder eine rationale Zahl ist, da Q\mathbb{Q}^* unter Division abgeschlossen ist.

Es scheint, als sei die Zahlengerade durch die "überall dicht" liegenden rationalen Zahlen lückenlos besetzt, da sich zwischen zwei noch so nahe beieinander liegenden rationalen Zahlen immer noch unendlich viele andere rationale Zahlen befinden. Diese Ansicht ist falsch! Es gibt noch Lücken.

Die Entdeckung der irrationalen Zahlen

In der goldenen Ära Griechenlands (bis ca. 400 BC.) galten unter den Gelehrten die natürlichen Zahlen und die Lehre ihrer Verhältnisse als das Mass aller Dinge. Die Entdeckung von inkommensurablen Längen riss eine grosse Kluft zwischen die Arithmetik, die diese irrationalen Zahlen erschaffen konnte, und die Geometrie, die sie nicht messen konnte.

Example 4

Ein Beispiel einer Zahl, die nicht durch ein Verhältnis zweier ganzer Zahlen ausgedrückt werden kann, ist 2\sqrt{2}. Indirekter Beweis über die Parität, man könnte auch über die Eindeutigkeit der Primfaktorzerlegung argumentieren.

Proof

Sei 2Q\sqrt{2}\in\mathbb{Q}. Da 2\sqrt{2} positiv, gibt es a,bNa,b\in\mathbb{N} mit 2=ab\sqrt{2}=\frac{a}{b} vollständig gekürzt. Es folgt

2=a2b22b2=a2\begin{align*} 2 &= \frac{a^2}{b^2}\\ 2b^2 &= a^2 \end{align*}

und damit muss a2a^2 gerade sein. Wenn a2a^2 gerade ist, so muss auch aa gerade sein, da in a2a^2 mindestens zwei Faktoren 22 vorkommen müssten. Betrachte weiter

2b2=a2b2=a22=a2a,\begin{align*} 2b^2 &= a^2\\ b^2 &= \frac{a^2}{2}=\frac{a}{2}\cdot a, \end{align*}

was heisst, dass b2b^2 und damit bb gerade ist, denn das Produkt a2a\frac{a}{2}\cdot a ist immer gerade. Dies ist ein Widerspruch zur vollständig gekürzten Darstellung ab\frac{a}{b}, da dieser Quotient sicher noch mit 22 gekürzt werden könnte!

Im Gegensatz zu rationalen Zahlen (ratio (lat.): Verhältnis) sind irrationale nicht als Verhältnis ab\frac{a}{b} darstellbar.

Exercise 8: 🧩

Zeige, dass die rationalen Zahlen dicht in den reellen Zahlen sind.

Das bedeutet: Zu jeder reellen Zahl rRr\in\mathbb{R} und jedem ε>0\varepsilon>0 existiert eine rationale Zahl qQq\in\mathbb{Q}, so dass

rq<ε.|r-q|<\varepsilon.
Solution

Sei rRr\in\mathbb{R} und ε>0\varepsilon>0.
Wähle eine natürliche Zahl nn mit 1n<ε\tfrac{1}{n}<\varepsilon.

Nun betrachte die Zahl k=nrk=\lfloor n r \rfloor (ganzzahliger Abrundung von nrnr). Dann gilt

knr<k+1.k \le nr < k+1.

Teilen durch nn ergibt

knr<k+1n=kn+1n.\frac{k}{n} \le r < \frac{k+1}{n} = \frac{k}{n}+\frac{1}{n}.

Die Zahl kn\tfrac{k}{n} ist rational, und der Abstand zu rr ist kleiner als 1n<ε\tfrac{1}{n}<\varepsilon.

Die irrationalen Zahlen können nicht durch einen abbrechenden oder periodischen Dezimalbruch beschrieben werden. Sie bilden zusammen mit den rationalen Zahlen die Menge der reellen Zahlen, R\mathbb{R}.

Neben den Wurzelzahlen 2=1.41421\sqrt{2}=1.41421\dots, 3=1.73205\sqrt{3}=1.73205\dots etc. gehören Zahlen wie die Kreiszahl π=3.14159\pi=3.14159\dots, die Euler'sche Zahl e=2.71828\mathrm{e}=2.71828\dots und die Zahl des goldenen Schnitts Φ=1.61803\Phi=1.61803\dots bzw. φ=0.618\varphi=0.618\dots zu den berühmtesten irrationalen Zahlen.

Exercise 9: Primzahlwurzeln

Zeige, dass alle Primzahlwurzeln p\sqrt{p} irrational sind.

Solution

Sei pNp\in\mathbb{N}, pp prim. Gegenannahme pQ\sqrt{p}\in\mathbb{Q}, das heisst aZ,bN\exists a\in\mathbb{Z}, b\in\mathbb{N} so, dass

p=ab.\sqrt{p}=\frac{a}{b}.

Es folgt

p=abp=a2b2b2p=a2\begin{align*} \sqrt{p} &= \frac{a}{b} \tag{$(\,)^2$}\\ p &= \frac{a^2}{b^2}\tag{$\cdot b^2$}\\ b^2\cdot p &= a^2 \end{align*}

In der Primfaktorzerlegung der Quadratzahlen a2a^2 und b2b^2 kommt jeder Primfaktor der Zerlegung sicher eine gerade Anzahl Mal vor. Der Primfaktor pp jedoch kommt in der Zahl b2pb^2\cdot p eine ungerade Anzahl Mal vor; im Widerspruch zur Gleichheit!

Note 2: algebraisch und transzendent

Die reellen Zahlen werden manchmal auch in zwei Mengen aufgeteilt: In die algebraischen, die als Nullstellen von Polynomen mit ganzzahligen Koeffizienten aufgefasst werden können, also im Wesentlichen Wurzelausdrücke, und in die transzendenten Zahlen, das sind alle anderen. Während zum Ersteren die Zahl 2\sqrt{2} und die des goldenen Schnitts ϕ\phi gehören, sind die Zahlen π\pi und e\mathrm{e} transzendente Zahlen.

Exercise 10: Primzahlwurzel algebraisch

Zeige, dass jede Primzahlwurzel p\sqrt{p} algebraisch ist.

Solution

Sei pNp\in\mathbb{N} prim. Dann ist x2p=0x^2-p=0 ein entsprechendes Polynom.

Überabzählbarkeit von R\mathbb{R}

Definition 1

Eine Menge MM heisst abzählbar, wenn es eine Bijektion f:NMf:\mathbb{N}\to M gibt, also wenn sich die Elemente von MM in eine (endlose) Liste

m1,m2,m3,m_1, m_2, m_3, \dots

bringen lassen, so dass jedes Element von MM genau einmal vorkommt.

Äquivalent: MM ist abzählbar, wenn M=N|M|=|\mathbb{N}|.

Eine Menge heisst überabzählbar, wenn sie nicht abzählbar ist, also grösser als jede abzählbare Menge.
Äquivalent: MM ist überabzählbar, wenn M>N|M|>|\mathbb{N}|.

Theorem 1

Das Intervall (0,1)(0,1) ist überabzählbar. Damit ist auch R\mathbb{R} überabzählbar.

Proof

Angenommen, (0,1)(0,1) sei abzählbar. Dann gäbe es eine Liste aller Zahlen aus (0,1)(0,1):

x1,x2,x3,x_1, x_2, x_3, \dots

Schreibe jede xix_i als Dezimalbruch ohne unendliche 9er-Enden. Notiere die Ziffern in einer Tabelle:

x1=0.a11a12a13a14x2=0.a21a22a23a24x3=0.a31a32a33a34\begin{array}{ccl} x_1 &=& 0.\, a_{11}a_{12}a_{13}a_{14}\dots\\ x_2 &=& 0.\, a_{21}a_{22}a_{23}a_{24}\dots\\ x_3 &=& 0.\, a_{31}a_{32}a_{33}a_{34}\dots\\ \vdots \end{array}

mit aij{0,1,,9}a_{ij}\in\{0,1,\dots,9\}.

Konstruiere nun eine neue Zahl y(0,1)y\in(0,1) Ziffer für Ziffer entlang der Diagonale:

y=0.b1b2b3,bi:={1,falls aii1,2,falls aii=1.y=0.b_1 b_2 b_3\dots,\qquad b_i := \begin{cases} 1,& \text{falls } a_{ii}\neq 1,\\ 2,& \text{falls } a_{ii}=1. \end{cases}

Dann unterscheidet sich yy von x1x_1 in der 1. Ziffer, von x2x_2 in der 2. Ziffer, allgemein von xix_i in der ii-ten Ziffer. Also ist yy nicht in der Liste x1,x2,x_1,x_2,\dots — Widerspruch dazu, dass die Liste vollständig sei. Also ist (0,1)(0,1) nicht abzählbar, sondern überabzählbar.

Da (0,1)R(0,1)\subset\mathbb{R}, ist auch R\mathbb{R} überabzählbar.

Dies & Das zu Zahlenmengen

Exercise 11: Wahr oder falsch?

Sind diese Aussagen wahr oder falsch? Begründe.

a) Es gibt unendlich viele Zahlen zwischen 0.1 und 19\dfrac{1}{9}.

b) (1+2)(1+\sqrt{2}) ist eine irrationale Zahl, deren Quadrat irrational bleibt.

c) Es gibt unendlich viele Zahlen, deren Wurzel gleich der Zahl selbst ist.

Solution

a) Ja, denn 19=0.1\frac{1}{9}=0.\overline{1}. Also sind 0.110.11, 0.1010.101, 0.10010.1001 etc. bereits unendlich viele Zahlen dazwischen.

b) Ja, (1+2)2=1+22+2(1+\sqrt{2})^2=1+2\sqrt{2}+2 ist irrational.

c) Nein, denn es ist

x=xx=x2x2x=0x(x1)=0\begin{align*} \sqrt{x} &=x\tag{$(\phantom{x})^2$}\\ x &= x^2\tag{$-x$}\\ x^2-x &= 0\\ x(x-1) &= 0 \end{align*}

Also sind x=0x=0 und x=1x=1 die einzigen Fixpunkte.

Exercise 12: 0.\overline{9}

Ist die Zahl 0.99999999=0.90.99999999\dots = 0.\overline{9} gleich 1? Begründe deine Antwort.

Solution

Betrachte 0.9=:x0.\overline{9}=:x. Also 10x=9.910x=9.\overline{9}, und es folgt:

10xx=9.90.99x=9x=1\begin{align} 10x-x &= 9.\overline{9}-0.\overline{9}\tag{TU}\\ 9x &= 9\tag{$\div9$}\\ x &= 1\notag \end{align}

Das heisst 0.9=10.\overline{9}=1.