Mittelwert und Standardabweichung einer binomialverteilten Zufallsvariablen
Gegeben sei ein Binomialexperiment mit Wiederholungszahl und Erfolgswahrscheinlichkeit . Die Zufallsvariable ="Anzahl der Erfolge (nach Wiederholungen)" ist also binomial verteilt mit den Parametern und , und nimmt bei jeder Durchführung des Experiments einen der Werte an, und zwar mit der Wahrscheinlichkeit
where .
Wir wollen nun die durchschnittliche Anzahl der Erfolge pro Experiment, , und auch die Standardabweichung von diesem Durchschnitt berechnen. Wir beginnen mit dem Ergebnis und führen dann den Beweis an.
Gegeben sei eine binomialverteilte Zufallsvariable mit Erfolgswahrscheinlichkeit und Wiederholungszahl . Der Mittelwert von ist
und die Standardabweichung ist
Da dis Anzahl Erfolge pro Experiment zählt, heisst das nun: die beobachtete Anzahl von Erfolgen pro Experiment ist im Durchschnitt (gemittelt über eine riesige Anzahl von Experimenten), und die Abweichung der beobachteten Anzahl Erfolge von pro Experiment ist im Durchschnitt (ebenfalls über eine riesige Anzahl von Experimenten gemittelt).
Hier ist ein Beispiel:
Eine Experiment besteht darin, eine gezinkte Münze -mal zu werfen, wobei . Wie viele Köpfe werden im Durchschnitt pro Experiment beobachtet? Und wie gross ist die typische Abweichung der beobachteten Anzahl Köpfe von diesem Durchschnitt?
="Anzahl Köpfe" ist eine binomial verteilte Zufallsvariable mit den Parametern und . Die durchschnittliche Anzahl Köpfe pro Experiment ist also
und die typische Abweichung von der beobachteten Anzahl Köpfe pro Experiment
Beachte, dass die Formel für den Mittelwert intuitiv Sinn ergibt: Führen wir das Münzen Experiment vom Beispiel oben oftmals durch (sagen wir -mal), so werfen wir die Münze ja insgesamt -mal, und beobachten somit Kopf insgesamt -mal (per Definition der Wahrscheinlichkeit als langzeit relative Häufigkeit). Pro Experiment sehen wir also im Mittel Köpfe, oder als Formel mit und ausgedrückt:
Wie können wir diese Formeln allgemein beweisen? Nun, wenn man die allgemeine Methode zur Berechnung von und von Zufallsvariablen anwendet, erhält man
und
Im Falle von binomialverteilten Zufallsvariablen haben wir nun
Setzt man die Formel für in die obigen Ausdrücke für und ein, so erhält man nach vielen algebraischen Umformungen und Vereinfachungen, dass und . Das folgende Beispiel zeigt diese Berechnung für den Fall .
Wir wollen zeigen, dass für den Fall gilt und .
Solution
Mit
bekommen wir
und für die Varianz haben wir
Es ist also