Rep3 - contains normal distr

Wachstum

Exercise 1: Grundbegriffe Wachstum

Erkläre:

  1. Was ist eine Exponentialfunktion? Gib Beispiele.

  2. Wie sieht der Graph einer Exponentialfunktion aus? Brauche eine Wertetabelle, um den Graph zu skizzieren.

  3. Was ist exponentielles Wachstum, was lineares Wachstum? Erkläre in Worten. Gib Beispiele und finde die Funktion ff, welche das Wachstum beschreibt.

Solution
  1. Zum Beispiel

    • f(x)=2xf(x)=2^x
    • g(x)=510xg(x)=5\cdot 10^x
    • h(x)=2.55x3h(x)=2.5\cdot 5^\frac{x}{3}
  2. Wir skizzieren den Graph der Funktion f(x)=2xf(x)=2^x. Wertetabelle und Skizze sind unten gezeigt:

  1. Lineares Wachstum: wenn etwas in jedem Zeitschritt immer um den gleichen Betrag zunimmt (oder abnimmt). Etwa beim Strassenbau: jede 3 Wochen verlängert sich die Strasse um 150m150m. Besitzt die Strasse in der Woche 11 die Länge 20m20m, so haben wir:
La¨nge20+150170+150320+150470+150...yWoche14711...x\begin{array}{llllll} \text{Länge} & 20 \xrightarrow[]{+150}& 170\xrightarrow[]{+150} & 320 \xrightarrow[]{+150}& 470 \xrightarrow[]{+150}& ... & y\\ \text{Woche} & 1 & 4 & 7 & 11 & ... & x\\ \end{array}

Tragen wir die Punkte in einem Koordinatensystem auf, so sehen wir, dass die Punkte eine Gerade bilden (hier nicht gezeigt). Daraus lässt sich die Funktion ableiten:

  1. Da es eine Gerade ist, muss es eine lineare Funktion sein: f(x)=ax+bf(x)=ax+b.
  2. Die Steigung aa ist a=1503=50a=\frac{150}{3}=50, also f(x)=50x+bf(x)=50x+b
  3. Der Punkt (120)(1|20) ist auf der Geraden, also muss gelten f(1)=20f(1)=20, daher 501+b=2050\cdot 1+b=20, also b=30b=-30.

Es ist also f(x)=50x30f(x)=50x-30.

Exponentielles Wachstum: wenn etwas in in jedem Zeitschritt sich mit dem gleichen Faktor multipliziert. Zum Beispiel: jede 3 Jahre verdoppelt sich die Kaninchenzahl. Angenommen, im Jahr 0 hat es 66 Kaninchen, dann haben wir das folgende:

Anzahl62122242482...yJahre0369...x\begin{array}{llllll} \text{Anzahl} & 6 \xrightarrow[]{\cdot 2}& 12\xrightarrow[]{\cdot 2} & 24 \xrightarrow[]{\cdot 2}& 48 \xrightarrow[]{\cdot 2}& ... & y\\ \text{Jahre} & 0 & 3 & 6 & 9 & ... & x\\ \end{array}

Beachte, dass wir in jedem Zeitschritt 2\cdot 2 rechnen. Wir haben also für die Funktion ff, welche das Wachstum beschreibt, dass

f(0)=6f(3)=621nach 1 Zeitschrittf(6)=622nach 2 Zeitschrittenf(9)=623nach 3 Zeitschritten...\begin{array}{lll} f(0) &=& 6 & \\ f(3) &=& 6\cdot 2^1 & \text{nach 1 Zeitschritt}\\ f(6) &=& 6\cdot 2^2 & \text{nach 2 Zeitschritten}\\ f(9) &=& 6\cdot 2^3 & \text{nach 3 Zeitschritten}\\ ... \end{array}

Um zu berechnen, wie gross die Anzahl Kaninchen nach xx Jaren ist, müssenwir wissen, wie viele Zeitschritte wir brauchen um von 00 nach xx Jahren zu kommen, wobei die Schrittgrösse 33 ist. Dies sind x3\frac{x}{3} Schritte. Also muss gelten

f(x)=62x3f(x)=6\cdot 2^\frac{x}{3}
Exercise 2: Prozentuale Zunahme

Du hast im Jahr 00 ein Vermögen von 240240 auf deiner Bank. Die Bank zahlt dir jedes Jahr 10%10\% des aktuellen Vermögens in dein Konto ein. Berechne, wieviel du im Jahr 33 auf der Bank hast.

Wie wächst dein Vermögen: linear oder exponential? Argumentiere. Wie lautet die Formel, um das Vermögen im Jahre xx auszurechnen?

Solution

Hier sind die ersten paar Werte:

  • Nach einem Jahr ist das Vermögen: 240+10% von 240240+10\% \text{ von 240}, also 240+0.1240=264240+0.1\cdot 240 =264
  • Nach zwei Jahren ist das Vermögen: 264+10% von 264264+10\% \text{ von 264}, also 264+0.1264=290.4264+0.1\cdot 264 =290.4
  • Nach drei Jahren ist das Vermögen: 290.4+10% von 290.4290.4+10\% \text{ von 290.4}, also 290.4+0.1290.4=319.44290.4+0.1\cdot 290.4 =319.44

Wir sehen also, dass sich das Vermögen nicht linear wächst, da due Zunahme nicht konstant bleibt. Von 240240 zu 265265 ist es 2424, von 265265 zu 290.4290.4 ist es aber 26.426.4. Ist es also exponentielles Wachstum? In der Tat, in jedem Zeitschritt wird das Vermögen mit dem gleichen Faktor 1.11.1 multipliziert: 2401.1=264240\cdot 1.1=264, 2641.1=290.4264\cdot 1.1 = 290.4, 2941.1=319.44294\cdot 1.1= 319.44.

Die Funktion, welches das Vermögen zur Zeit xx beschreibt, ist also

f(x)=2401.1xf(x)=240\cdot 1.1^x
Exercise 3: Logarithmus
  1. Wie ist der Logarithmus definiert? Was ist die Basis des Logarithmus?

  2. Bestimme

    1. log10(1000)\log_{10}(1000)
    2. log10(0.1)\log_{10}(0.1)
    3. log10(10)\log_{10}(\sqrt{10}).
  3. Was ist die wichtigste Eigenschaft des Logarithmus, um eine Gleichung zu lösen, in der eine Exponentialfunktion vorkommt? Zum Beispiel, löse die Gleichung

    34x=153\cdot 4^x = 15
Solution
  1. Der Logarithmus log10(100)\log_{10}(100) beantwortet die Frage: 1010 hoch was ist 100100, daher 10was=10010^\text{was}=100. Die Antwort ist 22, wir können also schreiben log10(100)=2\log_{10}(100)=2. Die 1010 wir die Basis des Logarithmus genannt.

    Wir können auch andere Basen brauchen, zum Beispiel, was ist log2(16)=\log_2(16)=? Wir müssen uns nun also Fragen: 22 hoch was ist 1616, daher 2was=162^\text{was}=16, und die Antwort ist 44, also log2(16)=4\log_2(16)=4.

    1. log10(1000)=3\log_{10}(1000)=3 da 103=100010^3=1000
  2. log10(0.1)=1\log_{10}(0.1)=-1, da 101=0.110^{-1}=0.1

  3. log10(10)=0.5\log_{10}(\sqrt{10})=0.5, da 101/2=1010^{1/2}=\sqrt{10}

  4. Die wichtigste Eingenschaft ist, dass der Exponent innerhalb des Logarithmus "herausgenommen" werden kann.

    log10(xu)=ulog10(x)\log_{10}(x^u)=u\cdot \log_{10}(x)

    Um die Gleichung

    34x=153\cdot 4^x = 15

    zu lösen, wenden wir den log10\log_{10} auf beiden Seiten der Gleichung an

    log10(4x)=log10(15)\log_{10}(4^x) = \log_{10}(15)

    und mit der Eigenschaft von oben können wir schreiben

    xlog10(4)=log10(15):log10(4)x=log10(15)log10(4)=1.953\begin{array}{lll} x\log_{10}(4) &=& \log_{10}(15) \quad \vert :\log_{10}(4)\\ x&=&\frac{\log_{10}(15)}{\log_{10}(4)}\\ &=&\underline{1.953} \end{array}
Exercise 4: Wachsender Baum

Ein Baum ist your Zeit 0 Jahre 0.5m0.5m gross, und zur Zeit 44 Jahre 1.1m1.1m gross. Finde die Funktionsgleichung, welche die Grösse des Baumes als Funktion der Zeit beschreibt, falls das Wachstum:

  1. linear ist.
  2. exponential ist.

Finde zu jedem Wachstumsverhalten

  • die Höhe des Baums zur Zeit 13.513.5 Jahre
  • das Jahr, wenn der Baum die Höhe 100m erreicht.

Skizziere den Graphen von ff in beiden Fällen für x=0,1,2,3x=0,1,2,3 und 55 Jahren. Wähle in xx-Richtung 1 Jahr =4=4 Häuschen und in yy-Richtung 1m =2=2 Häuschen.

Solution
  1. lineares Wachstum: f(x)=0.5+x40.6=0.15x+0.5f(x)=0.5+\frac{x}{4}\cdot0.6=0.15x+0.5

    • Höhe: f(13.5)=0.1513.5+0.5=2.525f(13.5)=0.15\cdot 13.5+0.5=2.525

    • Jahr: finde xx mit

      0.15x+0.5=1000.5x=99.5x=199\begin{array}{lll} 0.15\cdot x+0.5&=&100\\ 0.5x &=& 99.5\\ x&=&199 \end{array}
  2. exponentielles Wachstum: f(x)=0.52.2x/4f(x)=0.5\cdot 2.2^{x/4}

    • Höhe: f(13.5)=0.52.213.5/4=7.1556f(13.5)=0.5\cdot 2.2^{13.5/4}=7.1556

    • Jahr: finde xx mit

      0.52.2x/4=1002.2x/4=200log(2.2x/4)=log(200)x4log(2.2)=log(200)x=4log(200)log(2.2)=26.87\begin{array}{lll} 0.5\cdot 2.2^{x/4}&=&100\\ 2.2^{x/4} &=& 200\\ \log(2.2^{x/4})&=&\log(200)\\ \frac{x}{4}\cdot \log(2.2)&=&\log(200)\\ x&=&4\cdot\frac{\log(200)}{\log(2.2)}=26.87 \end{array}
Exercise 5: Dampfdruck

Ein Dampfkessel wird über ein Feuer gestellt. Der Druck im Dampfkessel steige exponentiell mit der Zeit an, wobei am Anfang (Zeit 0 Minuten) der Druck 22 Bar ist. In jeder Stunde erhöht sich der Druck um 2%2\%.

  1. Bestimme den Druck nach 2121 Minuten.

  2. Wann hat sich der Druck verdoppelt?

Solution

f(x)=21.02xf(x)=2\cdot 1.02^x (xx in Stunden).

  1. 2121 Minuten sind 2160=0.35\frac{21}{60}=0.35 Stunden. Also nach 2121 Minuten ist der Druck f(0.35)=21.020.35=2.0139f(0.35)=2\cdot 1.02^0.35=2.0139 Bar.
  2. Finde xx mit 21.02x=42\cdot 1.02^x=4, also 1.02x=21.02^x=2, also x=log(2)log(1.02=35.003x=\frac{\log(2)}{\log(1.02}=35.003.
Exercise 6: Raioaktiver Zerfall

Ein radioaktives Material wiegt zur Zeit 00 Monate 30g30g. Jeden zweiten Monat zerfällt 5%5\% des Materials, was zu einem exponentiellen Zerfall führt.

  1. Bestimme das Gewicht des Materials nach einem Jahr.

  2. Wann hat sich das Gewicht halbiert?

  3. Wann ist das Gewicht 1g1g

Solution

f(x)=300.95x/2f(x)=30\cdot 0.95^{x/2} (xx in Monaten)

  1. 11 Jahr ist 1212 Monate, also f(12)=300.9512/2=22.053f(12)=30\cdot 0.95^{12/2}=22.053 g.
  2. Finde xx mit 300.95x/2=1530\cdot 0.95^{x/2}=15, also 0.95x/2=0.50.95^{x/2}=0.5, also x2=log(0.5)log(0.95)=13.513\frac{x}{2}=\frac{\log(0.5)}{\log(0.95)}=13.513, also x=27.026x=27.026.
  3. Finde xx mit 300.95x/2=130\cdot 0.95^{x/2}=1, also 0.95x/2=130=0.030.95^{x/2}=\frac{1}{30}=0.0\overline{3}, und somit x=2log(0.03)log(0.95=66.309x=2\cdot \frac{\log(0.0\overline{3})}{\log(0.95}=66.309.

Wahrscheinlichkeit und Statistik

Exercise 7: Beschreibende Statistik

Erkläre anhand der Daten 2,5,1,3,52,5,1,3,5 die folgenden Begriffe:

  1. Durchschnitt, Standardabweichung, Modus

  2. Median, 1. und 3. Quartil, und Interquartilsabstand

  3. Boxplot

  4. Was ist eine diskrete Häufigkeitsverteilung? Was ist ein Balkendiagramm?

Solution
  1. Es ist:

    • Durchschnitt x=2+5+1+3+55=3.2\overline{x}=\frac{2+5+1+3+5}{5}=3.2
    • Die Standardabweichung ist die typische Abweichung vom Durchschnitt: s=(23.2)2+(53.2)2+(13.2)2+(33.2)2+(53.2)25=1.6s=\sqrt{\frac{(2-3.2)^2+(5-3.2)^2+(1-3.2)^2+(3-3.2)^2+(5-3.2)^2}{5}}=1.6
    • Der Modus ist der Datenpunkt, der am häufigsten vorkommt: 55. Beachte, dass der Modus aus mehreren Zahlen bestehen kann. Zum Beispiel für die Datenreihe 2,5,1,2,52,5,1,2,5 is der Modus 22 und 55.
  2. Wir sortieren zuerst die Daten aufsteigend: 1,2,3,5,51,2,3,5,5.

    • Der Median ist die mittlere Zahl: m=3m=3. Beachte, dass bei einer geraden Anzahl von Datenpunkten zwei mittlere Zahlen gibt. Man nimmt dann den Durchschnitt aus diesen beiden Zahlen. Zum Beispiel:
      • der Median der Datenreihe 1,2,3,3,5,51,2,3,3,5,5 ist der Durchschnitt der zwei Zahlen 33 und 33, also m=3+32=3m=\frac{3+3}{2}=3.
      • Oder, der Median der Datenreihe 1,2,3,4,5,51,2,3,4,5,5 ist der Durchschnitt der zwei Zahlen 33 und 44, also m=3+42=3.5m=\frac{3+4}{2}=3.5.
    • Das 1. Quartil ist der Median der Datenreihe links vom Median m=3m=3. Also der Median der Zahlen 1,21,2, also q1=1+22=1.5q_1=\frac{1+2}{2}=1.5
    • Das 3. Quartil ist der Median der Datenreihe rechts vom Median m=3m=3. Also der Median der Zahlen 5,55,5, also q3=5+52=5q_3=\frac{5+5}{2}=5
    • Der Interquartilsabstand ist I=q3q1=51.5=3.5I=q_3-q_1=5-1.5=3.5
  3. Der Boxplot ist unten eingezeichnet. Es ist eine graphische Representation des mittleren Werts der Daten (Median) und der Streuung der Daten (1. und 2. Quartil).

  1. Ein diskreter Datensatz besteht aus Zählungen (etwa Anzahl Schüler und Schülerinnen in einer Klasse). Zum Beispiel, beim 10-maligen würfeln erhalten wir den diskreten Datensatz:

    2,5,4,6,5,5,5,4,2,42,5,4,6,5,5,5,4,2,4

    (hier zählen wir die Anzahl Punkte auf der Würfeloberfläche). Die diskrete Häufigkeitsverteilung ist eine Tabelle die besagt, wie oft jede dieser Zahlen von 11 bis 66 vorkommt:

    xiHa¨ufrel Ha¨uf yi100220.2300430.3540.4610.1\begin{array}{l|c|c} x_i & \text{Häuf} & \text{rel Häuf } y_i \\\hline 1 & 0 & 0\\ 2 & 2 & 0.2\\ 3 & 0 & 0\\ 4 & 3 & 0.3\\ 5 & 4 & 0.4\\ 6 & 1 & 0.1\\ \end{array}

    Die grafische Darstellung der relativen Häufigkeiten mit Balkenhöhen wird Balkendiagramm genannt.

F2.2
  1. Was ist eine diskrete Häufigkeitsverteilung? Was ist ein Balkendiagramm?
Show

Antworten

A2.1
  1. Es ist:

    • Durchschnitt x=2+5+1+3+55=3.2\overline{x}=\frac{2+5+1+3+5}{5}=3.2
    • Die Standardabweichung ist die typische Abweichung vom Durchschnitt: s=(23.2)2+(53.2)2+(13.2)2+(33.2)2+(53.2)25=1.6s=\sqrt{\frac{(2-3.2)^2+(5-3.2)^2+(1-3.2)^2+(3-3.2)^2+(5-3.2)^2}{5}}=1.6
    • Der Modus ist der Datenpunkt, der am häufigsten vorkommt: 55. Beachte, dass der Modus aus mehreren Zahlen bestehen kann. Zum Beispiel für die Datenreihe 2,5,1,2,52,5,1,2,5 is der Modus 22 und 55.
  2. Wir sortieren zuerst die Daten aufsteigend: 1,2,3,5,51,2,3,5,5.

    • Der Median ist die mittlere Zahl: m=3m=3. Beachte, dass bei einer geraden Anzahl von Datenpunkten zwei mittlere Zahlen gibt. Man nimmt dann den Durchschnitt aus diesen beiden Zahlen. Zum Beispiel:
      • der Median der Datenreihe 1,2,3,3,5,51,2,3,3,5,5 ist der Durchschnitt der zwei Zahlen 33 und 33, also m=3+32=3m=\frac{3+3}{2}=3.
      • Oder, der Median der Datenreihe 1,2,3,4,5,51,2,3,4,5,5 ist der Durchschnitt der zwei Zahlen 33 und 44, also m=3+42=3.5m=\frac{3+4}{2}=3.5.
    • Das 1. Quartil ist der Median der Datenreihe links vom Median m=3m=3. Also der Median der Zahlen 1,21,2, also q1=1+22=1.5q_1=\frac{1+2}{2}=1.5
    • Das 3. Quartil ist der Median der Datenreihe rechts vom Median m=3m=3. Also der Median der Zahlen 5,55,5, also q3=5+52=5q_3=\frac{5+5}{2}=5
    • Der Interquartilsabstand ist I=q3q1=51.5=3.5I=q_3-q_1=5-1.5=3.5
  3. Der Boxplot ist unten eingezeichnet. Es ist eine graphische Representation des mittleren Werts der Daten (Median) und der Streuung der Daten (1. und 2. Quartil).

A2.2
  1. Ein diskreter Datensatz besteht aus Zählungen (etwa Anzahl Schüler und Schülerinnen in einer Klasse). Zum Beispiel, beim 10-maligen würfeln erhalten wir den diskreten Datensatz:

    2,5,4,6,5,5,5,4,2,42,5,4,6,5,5,5,4,2,4

    (hier zählen wir die Anzahl Punkte auf der Würfeloberfläche). Die diskrete Häufigkeitsverteilung ist eine Tabelle die besagt, wie oft jede dieser Zahlen von 11 bis 66 vorkommt:

    xiHa¨ufrel Ha¨uf yi100220.2300430.3540.4610.1\begin{array}{l|c|c} x_i & \text{Häuf} & \text{rel Häuf } y_i \\\hline 1 & 0 & 0\\ 2 & 2 & 0.2\\ 3 & 0 & 0\\ 4 & 3 & 0.3\\ 5 & 4 & 0.4\\ 6 & 1 & 0.1\\ \end{array}

    Die grafische Darstellung der relativen Häufigkeiten mit Balkenhöhen wird Balkendiagramm genannt.

  2. Ein kontinuierlicher Datensatz besteht aus (ungerundeten) Messungen (etwa wägen einer Melone). Zum Beispiel, messen wir die Körpergrössen von Schülern (in cm), erhalten wir den Datensatz

    157.34,167.76,150.32,176.3,194.3,156.3,177.2,171.2,195.2,150.21157.34, 167.76, 150.32, 176.3, 194.3, 156.3, 177.2, 171.2, 195.2, 150.21

    was wir mit einem kontinuierlichen Häufigkeitsverteilung zusammenfassen können. Dazu bilden wir Klassen, und zählen, wie viele Datenpunkte in jeder Klasse ist. Wichtig: wir berechnen auch die Dichte, daher die relative Häufigkeit geteilt durch die Klassenbreite:

    Klasse iHa¨ufrel Ha¨uf yiDichte di15016040.40.0416017010.10.0117018030.30.0318019020.20.02\begin{array}{c|c|c} \text{Klasse } i & \text{Häuf} & \text{rel Häuf } y_i & \text{Dichte } d_i \\\hline 150-160 & 4 & 0.4 & 0.04\\ 160-170 & 1 & 0.1 & 0.01\\ 170-180 & 3 & 0.3 & 0.03\\ 180-190 & 2 & 0.2 & 0.02\\ \end{array}

    Hier ist die Klassenbreite Δx=10\Delta x=10cm. Die grafische Darstellung der Dichten mit Balken wird Histogramm genannt. Die Höhe des Balkens ist die Dichte, die Breite ist Δx\Delta x. Somit is die Fläche eines Balkens die relative Häufigkeit.

  3. Machen wir in einem kontinuierlichen Datensatz die Balkenbreiten extrem klein (nur möglich falls der Datensatz viele Datenpunkte enthält), so formen die Balken im Histogramm eine Kurve, die wir Dichtefunktion nennen. Ist diese Dichtefunktion gegeben durch

    fμ,σ(x)=1σ2πe12(xμσ)2f_{\mu,\sigma}(x)=\frac{1}{\sigma \sqrt{2\pi}}\cdot e^{-\frac{1}{2}\left(\frac{x-\mu}{\sigma}\right)^2}

    so nennen wir die Daten normalverteilt, wobei μ\mu der Mittelwert und σ\sigma die Standardabweichung der Datenpunkte sein muss. Die obigen Formel muss man nicht auswendig lernen, die Normalverteilung sollte aber skizziert werden können:

    • Glockenform mit Höhe 0.4σ\frac{0.4}{\sigma}. Der höchste Punkt ist bei μ\mu.
    • 3σ3 \sigma weg von μ\mu ist die Kurve fass auf der xx-Achse.

    Ebenfalls sollte bekannt sein, dass die Fläche unter Kurve von aa nach bb gerade die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Datenpunkt zwischen aa und bb liegt.

Aufgaben 3

F3. 1

Das Altersprofil in einer Personengruppe sieht wie folgt aus:

Alter101215204547Anzahl Personen723574\begin{array}{|l|l|l|l|l|l|}\hline \text{Alter} & 10 & 12 & 15 & 20 & 45 & 47\\\hline \text{Anzahl Personen} & 7 & 2 & 3 & 5 & 7 & 4\\\hline \end{array}

Bestimme den Mittelwert, Modus und Boxplot. Wie gross ist der Interquartilsabstand?

F3.2

Eine faire Münze wird 44-mal geworfen. Es sei NN="Anzahl Köpfe".

  1. Repräsentiere das Experiment mit einem Baum.
  2. Berechne die Wahrscheinlichkeit p(N=1)p(N=1), indem du das Experiment als Laplace experiment auffasst.
  3. Berechne die Wahrscheinlichkeit p(N=1)p(N=1), indem du das Experiment als Binomialexperiment auffasst.
  4. Berechne die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal Kopf zu bekommen.
F3.3

Eine Box enthält 1010 Kugeln. Drei Kugeln haben das Gewicht 1g1g, fünf Kugeln haben das Gewicht 2g2g und die restlichen Kugeln haben das Gewicht 5g5g.

  1. Zwei Kugeln werden nacheinander gezogen, mit zurücklegen. Repräsentiere das Experiment mit einem Baum und zeichne die Wahrscheinlichkeiten ein. Zeichne ebenfalls einen Baum für den Fall, in dem die gezogene Kugel nicht zurückgelegt wird.

  2. Bestimme für beide Fälle (mit oder ohne zurücklegen) die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden gezogenen Kugeln ein Gesamtgewicht von 6g6g ergeben.

  3. Du bist daran interessiert, die 5g5g-Kugeln zu ziehen. Du ziehst 1010 Kugeln ohne zurücklegen. Was ist die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal eine 5g5g-Kugel zu ziehen?

F3.4

Ein Würfel wird 1010-mal geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit,

  1. 33 oder 44-mal eine 66 zu würfeln.
  2. Wie oft muss mindestens gewürfelt werden, bis eine 66 mit Wahrscheinlichkeit 0.9990.999 beobachtet wird?
F3.5

Bestimme und skizziere das Histogramm der Daten in der Tabelle unten (Grösse von Schülern), und skizziere die dazugehörende Normalverteilung im gleichen Koordinatensystem. Der Mittelwert ist 175, die Standardabweichung ist 55.

Klasse iHa¨uf15016020160170301701805018019020\begin{array}{c|c|c} \text{Klasse } i & \text{Häuf}\\\hline 150-160 & 20 \\ 160-170 & 30 \\ 170-180 & 50 \\ 180-190 & 20 \\ \end{array}
Show

Lösungen 3

A3.1
A3.2

Faire Münze, 44-mal geworfen, NN="Anzahl Köpfe".

  1. Baum ist unten gezeigt.

  2. Der Ergebnisraum ist S={KKKK,KKKZ,...}S=\{KKKK, KKKZ, ...\} (jeder Pfad entlang des Baums), und die Anzahl Ergebnisse ist

    S=24=8|S|=2^4=8

    Das Ereignis E=E="genau einmal Kopf" ist E={KZZZ,ZKKK,ZZKZ,ZZZK}E=\{KZZZ, ZKKK, ZZKZ, ZZZK\} und somit ist

    E=4|E|=4

    Jedes Ergebnis ist gleich wahrscheinlich (da fairer Würfel), und somit ist dies ein Laplace experiment. Es gilt also

    p(N=1)=ES=416=0.25p(N=1)=\frac{|E|}{|S|}=\frac{4}{16}=0.25
  3. Die Erfolgswahrscheinlichkeit (Kopf) ist p=0.5p=0.5, und es wird n=4n=4-mal repetiert. Also ist

    p(N=1)=(41)0.510.53=40.54=0.25p(N=1)=\left(\begin{array}{cc}4 \\ 1\end{array}\right)\cdot 0.5^1 \cdot 0.5^{3}=4\cdot 0.5^4=0.25
  4. p(N1)=1p(N<1)=1p(N=0)=1(40)0.500.54=110.54=10.0625=0.9375p(N\geq 1)=1-p(N<1)=1-p(N=0)=1-\left(\begin{array}{cc}4 \\ 0\end{array}\right)\cdot 0.5^0 \cdot 0.5^{4}=1-1\cdot 0.5^4=1-0.0625=0.9375

A3.3
  1. Die zwei Bäume sind unten gezeigt.

  2. Alle Pfade, die 6g ergeben sind in den Bäumen eingezeichnet (gelb).

    • Mit Zurücklegen: p(6g)=310210+210310=325p(6g)=\frac{3}{10}\cdot \frac{2}{10}+\frac{2}{10}\cdot \frac{3}{10}=\frac{3}{25}
    • Ohne Zurücklegen: p(6g)=31029+21039=215p(6g)=\frac{3}{10}\cdot \frac{2}{9}+\frac{2}{10}\cdot \frac{3}{9}=\frac{2}{15}
  3. Dies ist ein Binomialexperiment mit Erfolgswahrscheinlichkeit p=0.2p=0.2 (5g5g Kugel ziehen) und n=10n=10 Repetitionen. Es sei NN="Anzahl gezogene 5g5g-Kugeln". Es ist dann

p(N1)=1p(N<1)=1p(N=0)=1(100)0.200.810=10.810=0.0.893p(N\geq 1)=1-p(N<1)=1-p(N=0)=1-\left(\begin{array}{cc}10 \\ 0\end{array}\right)\cdot 0.2^0 \cdot 0.8^{10}=1-0.8^{10}=0.0.893
A3.4

Ein Würfel wird 1010-mal geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit,

  1. 33 oder 44-mal eine 66 zu würfeln.

  2. Wie oft muss gewürfelt werden bis mindestens eine 66 beobachtet wird mit Wahrscheinlichkeit 0.990.99? Dies ist eine Binomialexperiment mit Erfolgswahrscheinlichkeit p=16p=\frac{1}{6} (eine Sechs), und n=10n=10 Repetitionen. Es sei N=N=Anzahl gewürfelte Sechs".

  3. Es ist somit

    p(N=3 oder N=4)=p(N=3)+p(N=4)=(103)(16)3(56)7+(104)(16)4(56)6=0.155+0.054=0.209\begin{array}{lll} p(N=3\text{ oder } N=4) &=& p(N=3)+p(N=4)\\ &=&\left(\begin{array}{cc}10 \\ 3\end{array}\right)\cdot \left(\frac{1}{6}\right)^3 \cdot \left(\frac{5}{6}\right)^7\\ &+& \left(\begin{array}{cc}10 \\ 4\end{array}\right)\cdot \left(\frac{1}{6}\right)^4 \cdot \left(\frac{5}{6}\right)^6\\ &=& 0.155+0.054\\ &=& 0.209\\ \end{array}
  4. Finde nn (Anzahl Würfe oder Repetitionen) so, dass

    p(N>0)=0.999p(N>0)=0.999

    Mit

    p(N>0)=1p(N0)=1p(N=0)=0.999p(N>0)=1-p(N\leq 0)=1-p(N=0)=0.999

    folgt

    p(N=0)=0.001p(N=0)=0.001

    und somit

    (n0)(16)0(56)n=0.001(56)n=0.001log(.)log((56)n)=log(0.001)nlog(56)=log(0.001)n=log(0.001)log(56)=37.8\begin{array}{lll} \left(\begin{array}{cc}n \\ 0\end{array}\right)\cdot\left(\frac{1}{6}\right)^0 \cdot \left(\frac{5}{6}\right)^n &=&0.001\\ \left(\frac{5}{6}\right)^n &=&0.001 \quad | \log(.)\\ \log(\left(\frac{5}{6}\right)^n)&=&\log(0.001)\\ n\cdot \log(\frac{5}{6})&=&\log(0.001)\\ n&=&\frac{\log(0.001)}{\log(\frac{5}{6})}\\ &=& 37.8\\ \end{array}

    Es muss also n=38n=38 sein.

A3.5

Die Balkenbreite ist Δx=10\Delta x=10, die Anzahl Schüler und Schülerinnen ist 120120. Die Verteilung ist also

Klasse iHa¨ufrel. Ha¨ufDichte150160200.1660.0166160170300.250.025170180500.4160.0416180190200.1660.0166\begin{array}{c|c|c} \text{Klasse } i & \text{Häuf} & \text{rel. Häuf} & \text{Dichte}\\\hline 150-160 & 20 & 0.166 & 0.0166\\ 160-170 & 30 & 0.25 & 0.025\\ 170-180 & 50 & 0.416 & 0.0416\\ 180-190 & 20 & 0.166 & 0.0166\\ \end{array}

Das Histogramm ist unten gezeigt. Die Normalverteilung hat die Parameter μ=175\mu=175 und σ=10\sigma =10. Der Höchste Punkt hat die Höhe y=0.4σ=0.410=0.04y=\frac{0.4}{\sigma}=\frac{0.4}{10}=0.04. Die Skizze ist ebenfalls unten im gleichen Koordinatensystem eingezeichnet.