Die Binomialverteilung

Bei einem Binomialexperiment interessiert uns oft die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Anzahl von Erfolgen eintritt. Dies führt zu der Binomialverteilung. Wir führen deshalb eine Abkürzung ein im Kontext von Biniomialepxerimenten:

Definition 1: Binomialverteilung

In einem Biniomialexperiment mit nn Repetitionen und Erfolgswahrscheinlichkeit pp definieren wir NN als

N=Die Anzahl Erfolge nach n RepetitionenN=\text{Die Anzahl Erfolge nach $n$ Repetitionen}

und

p(N=k)=Die W’keit fu¨k Erfolge nach n Repetitionenp(N=k) = \text{Die W'keit für $k$ Erfolge nach $n$ Repetitionen}

Der Einfachheitshalber führen wir noch eine andere Notation ein (die dann auch auf dem Taschenrechner zu finden ist). Diese zeigt explizit die Parameter an:

p(N=k)=binompdf(n,p,k)p(N=k)=\operatorname{binom{\color{red} p}df}(n,p,k)

Die Liste der Wahrscheinlichkeiten p(N=0),p(N=1),...,p(N=n)p(N=0), p(N=1), ..., p(N=n) wird Binomialverteilung von NN genannt. In der Tat steht binompdfbinom{\color{red} p}df für binomial probability distribution function.

Definition 2: Kumulative Binomialverteilung

Wir verwenden auch die Notation

p(Nk)=Die W’keit fu¨r ho¨chstens k Erfolgep(N<k)=Die W’keit fu¨r weniger k Erfolgep(Nk)=Die W’keit fu¨r mindestens k Erfolgep(N>k)=Die W’keit fu¨r mehr als k Erfolgep(kNk)=Die W’keit fu¨r mindestens k und ho¨chstens l Erfolgep(k<Nk)=Die W’keit fu¨r mehr als k und ho¨chstens l Erfolgep(kN<k)=Die W’keit fu¨r mindestens k und weniger als l Erfolge\begin{array}{lll} p(N\leq k)&=& \text{Die W'keit für höchstens $k$ Erfolge}\\ p(N < k)&=& \text{Die W'keit für weniger $k$ Erfolge}\\ p(N\geq k)&=& \text{Die W'keit für mindestens $k$ Erfolge}\\ p(N > k)&=& \text{Die W'keit für mehr als $k$ Erfolge}\\ p(k \leq N \leq k)&=& \text{Die W'keit für mindestens $k$ und höchstens $l$ Erfolge}\\ p(k < N \leq k)&=& \text{Die W'keit für mehr als $k$ und höchstens $l$ Erfolge}\\ p(k \leq N < k)&=& \text{Die W'keit für mindestens $k$ und weniger als $l$ Erfolge}\\ \end{array}

Beachte, dass wir oben der Kürze halber nicht immer "nach nn Repetition" schreiben, obwohl es so gemeint ist. Wieder führen wir noch eine andere Notation ein (die wiederum auf dem Taschenrechner zu finden ist), welche explizit die Parameter nn und pp enthält:

p(Nk)=binomcdf(n,p,k)p(N\leq k)=\operatorname{binom{\color{red} c}df}(n,p,k)

Die Liste der Zahlen p(N0),p(N1),,p(Nn)p(N\leq 0), p(N\leq 1),\dots, p(N\leq n) wird kumulative Binomialverteilungsfunktion von NN genannt. In der Tat steht binomcdfbinom{\color{red} c}df steht für binomial cumulative distribution function. Sowohl binompdfbinompdf wie auch binomcdfbinomcdf sind auf dem Taschenrechner zu finden.

NN wird übrigens auch Wahrscheinlichkeitsvariable genannt. Wieso? NN ist ja eine Variable, sie steht für die Anzahl Erfolge, so wie in der Physik vv für die Geschwindigkeit steht, oder FF für die Kraft. Aber die Werte von NN ändert sich zufällig mit jeder Durchführung des Experiments.

Example 1

Gegeben sei ein Binomialexperiment mit n=4n=4 Repetitionen und p=0.3p=0.3 Erfolgswahrscheinlicheit. Wir führen das Experiment durch, und bekommen das Ergebnis EEMMEEMM (also zwei Erfolge, zwei Misserfolge). Es ist also N=2N=2.

Die Binomialverteilung ist:

  • p(N=0)=binompdf(4,0.3,0)=0.2401p(N=0)=\operatorname{binom{\color{red} p}df}(4,0.3,0)=0.2401 ist die W'keit für 00 Erfolge nach 44 Reptitionen
  • p(N=1)=binompdf(4,0.3,1)=0.4116p(N=1)=\operatorname{binom{\color{red} p}df}(4,0.3,1)=0.4116 ist die W'keit für 11 Erfolg nach 44 Reptitionen
  • p(N=2)=binompdf(4,0.3,2)=0.2646p(N=2)=\operatorname{binom{\color{red} p}df}(4,0.3,2)=0.2646 ist die W'keit für 22 Erfolge nach 44 Reptitionen
  • p(N=3)=binompdf(4,0.3,3)=0.0756p(N=3)=\operatorname{binom{\color{red} p}df}(4,0.3,3)=0.0756 ist die W'keit für 33 Erfolge nach 44 Reptitionen
  • p(N=4)=binompdf(4,0.3,4)=0.0081p(N=4)=\operatorname{binom{\color{red} p}df}(4,0.3,4)=0.0081 ist die W'keit für 44 Erfolge nach 44 Reptitionen

Mehr Werte kann NN nicht annehmen, da nur 44 mal repetiert wird. Die kumulative Verteilung ist:

  • p(N0)=binomcdf(4,0.3,0)=0.2401p(N\leq 0)=\operatorname{binom{\color{red} c}df}(4,0.3,0)=0.2401 ist die W'keit höchstens 00 Erfolge nach 44 Reptitionen
  • p(N1)=binomcdf(4,0.3,1)=0.6516p(N\leq 1)=\operatorname{binom{\color{red} c}df}(4,0.3,1)=0.6516 ist die W'keit für höchstens 11 Erfolg nach 44 Reptitionen
  • p(N2)=binomcdf(4,0.3,2)=0.9163p(N \leq 2)=\operatorname{binom{\color{red} c}df}(4,0.3,2)=0.9163 ist die W'keit für höchstens 22 Erfolge nach 44 Reptitionen
  • p(N3)=binomcdf(4,0.3,3)=0.9919p(N\leq 3)=\operatorname{binom{\color{red} c}df}(4,0.3,3)=0.9919 ist die W'keit für höchstens 33 Erfolge nach 44 Reptitionen
  • p(N4)=binomcdf(4,0.3,4)=1p(N\leq 4)=\operatorname{binom{\color{red} c}df}(4,0.3,4)=1 ist die W'keit für höchstens 44 Erfolge nach 44 Reptitionen

Beachte, dass wir mit Hilfe des Tachenrechners diese Wahrscheinlichkeiten gerade auch berechnet haben.

Note 1

Beachte im obigen Beispiel, dass

  • p(N0)=p(N=0)=0.2401p(N\leq 0)=p(N=0)=0.2401. Es ist immer so, dass p(N0)=p(N=0)p(N\leq 0)=p(N=0), da NN ja nicht kleiner als 00 werden kann.
  • p(N4)=1p(N\leq 4)=1. Es ist immer so, dass p(Nn)=1p(N\leq n)=1 (bei nn Wiederholungen), da die W'keit, höchstens nn Erfolge bei nn Wiederholungen zu haben, trivialerweise immer eintreffen wird.
Exercise 1

Berechne einige der obigen Wahrscheinlichkeiten in Beispiel 1 mit dem Taschenrechner und überprüfe das Resultat.

Anstatt den Taschenrechner zu benutzen, wollen wir nun eine Formel zur Berechnung von binompdfbinompdf und binomcdfbinomcdf herleiten. Wir machen dies Anhand eines Beispiels. Eine Münze wird n=4n=4 Mal geworfen, und die Wahrscheinlichkeit für Kopf (Erfolg) sei (K)=0.3(K)=0.3 und p(Z)=0.7p(Z)=0.7. Die Baumdarstellung dieses Experiments ist unten gezeigt.

Wir wollen die Wahrscheinlichkeit

p(N=2)=binompdf(4,0.3,2)p(N=2)=binompdf(4,0.3,2)

berechnen. Wir wissen bereits aus der Diskussion der Binomialkoeffizienten (oder dem MISSISSIPPI-Problem), dass es

(42)=6\left(\begin{array}{lll} 4 \\ 2\end{array}\right)=6

solcher Pfade gibt. Woher wissen wir das? Nun, jeder dieser Pfade muss einem Wort mit 4 Buchstaben entsprechen, das aus zwei KK und zwei ZZ besteht (z.B. KKZZ,ZKZK,KKZZ, ZKZK,\dots), und es gibt

(42)\left(\begin{array}{lll} 4 \\ 2\end{array}\right)

Möglichkeiten, ein solches Wort zu bilden. Aber bitte im obigen Baum nachprüfen!

Da jeder dieser Pfade genau zwei Köpfe und zwei Zahlen hat, ist die Pfadwahrscheinlichkeit eines jeden Pfades

0.320.720.3^2\cdot 0.7^2

Die Summe der Pfadwahrscheinlichkeiten ist also

p(N=2)=binompdf(4,0.3,2)=(42)0.320.72=0.2646\begin{array}{lll} p(N=2)&=&binompdf(4,0.3,2)\\ &=&\left(\begin{array}{lll} 4 \\ 2\end{array}\right)\cdot 0.3^2\cdot 0.7^2\\ &=&0.2646 \end{array}

Analog haben wir

p(N=0)=binompdf(4,0.3,0)=(40)0.300.34=0.2401\begin{array}{lll} p(N=0)&=&binompdf(4,0.3,0)\\ &=&\left(\begin{array}{lll} 4 \\ 0\end{array}\right)\cdot 0.3^0\cdot 0.3^4\\ &=&0.2401 \end{array}

und

p(N=1)=binompdf(4,0.2,1)=(41)0.210.83=0.4116\begin{array}{lll} p(N=1)&=&binompdf(4,0.2,1)\\ &=&\left(\begin{array}{lll} 4 \\ 1\end{array}\right)\cdot 0.2^1\cdot 0.8^3\\ &=&0.4116 \end{array}

Das Muster sollte nun erkennbar sein:

p(N=k)=binompdf(4,0.3,k)=(4k)0.3k0.74kp(N={\color{red} k})=binompdf(4,0.3,{\color{red}k})=\left(\begin{array}{lll} 4 \\ {\color{red} k}\end{array}\right)\cdot 0.3^{{\color{red}k}} \cdot 0.7^{4-{\color{red}k}}

Allgemeiner haben wir:

Theorem 1: Berechnung von p(N=k)=\operatorname{binompdf}(n,p,k)

Gegeben sei eine binomialverteilte Zufallsvariable NN mit den Parametern nn und pp. Es gilt:

p(N=k)=binompdf(n,p,k)=(nk)pk(1p)nk\begin{array}{lll} p(N={\color{red} k})&=&binompdf(n,p,{\color{red} k})\\ &=&\left(\begin{array}{lll} n \\ {\color{red} k}\end{array}\right)\cdot p^{\color{red} k}\cdot (1-p)^{n-{\color{red}k}}\end{array}

where k=0,1,2,...,n{\color{red}k} =0,1,2,...,n.

Kehren wir zurück zum Beispiel mit dem Münzwurf, und berechnen nun die kumulative Wahrscheinlichkeitp(N2)p(N\leq 2). Zur Berechnung von

p(N2)=binomcdf(4,0.2,2)p(N\leq 2)=binomcdf(4,0.2,2)

ist zu beachten, dass erstens NN nur die Werte 0,1,2,3,40,1,2,3,4 annehmen kann, und zweitens die Ereignisse N=0N=0, N=1N=1, N=2N=2 sich paarweise gegenseitig ausschliessen. Wir haben also

p(N2)=p(N=0N=1N=2)=p(N=0)+p(N=1)+p(N=2)=0.2401+0.4116+0.2646=0.9163\begin{array}{lll} p(N\leq 2)&=&p(N=0 \cup N=1 \cup N=2)\\ &=&p(N=0)+p(N=1)+p(N=2)\\ &=&0.2401+0.4116+0.2646\\ &=& 0.9163 \end{array}

Es gibt leider keine einfache Formel, um die kumulative Wahrscheinlichkeiten einfacher zu berechnen. Wir müssen immer Aufaddieren.

Theorem 2: Berechnung von p(N\leq k)=\operatorname{binomcdf}(n,p,k)

Gegeben sei eine binomialverteilte Zufallsvariable NN mit den Parametern nn und pp. Es gilt:

p(Nk)=binomcdf(n,p,k)\begin{array}{lll} p(N\leq {\color{red} k})&=&binomcdf(n,p,{\color{red} k})\\ \end{array}

where k=0,1,2,...,n{\color{red}k} =0,1,2,...,n.

Note 2

Ohne binomcdfbinomcdf müssten wir das folgende rechnen:

p(Nk)=p(N=0)+p(N=1)++p(N=k)=binompdf(n,p,0)=+binompdf(n,p,1)=+=+binompdf(n,p,k)\begin{array}{lll} p(N\leq {\color{red} k})&=& p(N=0)+p(N=1)+\dots +p(N={\color{red} k})\\ &=& binompdf(n,p,0)\\ &=& +binompdf(n,p,1)\\ &=& +\dots\\ &=& +binompdf(n,p,{\color{red} k}) \end{array}

Die Funktion binomcdfbinomcdf auf dem Taschenrechner ist sehr nützlich, um die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen wie "Anzahl der Köpfe ist gleich oder kleiner als 55" zu ermitteln. Sie kann aber auch für Ereignisse wie "mindestens 3 Köpfe", oder "mehr als Köpfe", "Anzahl der Köpfe liegt zwischen 22 und 1010", usw. verwendet werden. Dazu muss man einige Umformungen machen. Siehe die folgende

Exercise 2

Betrachte eine binomialverteilte Zufallsvariable NN mit den Parametern n=9n=9 und p=0.2p=0.2. Berechne die folgenden Wahrscheinlichkeiten mit Hilfe des Taschenrechners und binomcdfbinomcdf:

  1. p(N<3)p(N < 3)

  2. p(N>3)p(N>3)

  3. p(N3)p(N\geq 3)

  4. p(3<N7)p(3<N\leq 7)

  5. p(3N7)p(3\leq N\leq 7)

  6. p(3N<7)p(3\leq N< 7)

  7. p(3<N<7)p(3< N< 7)

Solution

Ziel ist es, die Wahrscheinlichkeiten so umzuformen, dass wir binomcdfbinomcdf, also p(N)p(N\leq \dots), brauchen können. Dazu helfen die Abbildungen unten. Die blauen Punkte zeigen das Ereignis an, dessen Wahrscheinlichkeit wir berechnen wollen. Ein solches Ereignis wird berechnet, indem die Wahrscheinlichkeit aller farbigen Punkte abzüglich der Wahrscheinlichkeit aller roten Punkte addiert wird.

  1. p(N<3)=p(N2)=binomcdf(9,0.2,2)p(N < 3)=p(N \leq 2)=binomcdf(9,0.2,2)
  2. p(N>3)=1p(N3)=1binomcdf(9,0.2,3)p(N>3)=1-p(N\leq 3)=1-binomcdf(9,0.2,3)
  3. p(N3)=1p(N2)=1binomcdf(9,0.2,2)p(N\geq 3)=1-p(N\leq 2)=1-binomcdf(9,0.2,2)
  4. p(3<N7)=p(N7)p(N3)=binomcdf(9,0.2,7)binomcdf(9,0.2,3)p(3<N\leq 7)=p(N\leq 7)-p(N\leq 3)=binomcdf(9,0.2,7)- binomcdf(9,0.2,3)
  5. p(3N7)=p(N7)p(N2)=binomcdf(9,0.2,7)binomcdf(9,0.2,2)p(3\leq N\leq 7)=p(N\leq 7)-p(N\leq 2)=binomcdf(9,0.2,7)- binomcdf(9,0.2,2)
  6. p(3N<7)=p(N6)p(N2)=binomcdf(9,0.2,6)binomcdf(9,0.2,2)p(3\leq N< 7)=p(N\leq 6)-p(N\leq 2)=binomcdf(9,0.2,6)- binomcdf(9,0.2,2)
  7. p(3<N<7)=p(N6)p(N3)=binomcdf(9,0.2,6)binomcdf(9,0.2,3)p(3< N< 7)=p(N\leq 6)-p(N\leq 3)=binomcdf(9,0.2,6)- binomcdf(9,0.2,3)
Exercise 3

Eine Münze (p(K)=0.1p(K)=0.1) wird 1010 mal geworfen. NN bezeichnet die Anzahl der Köpfe. Bestimmen Sie die folgenden Wahrscheinlichkeiten:

  1. NN ist gleich 00 (ohne Taschenrechner)

  2. NN ist gleich 1010 (ohne Taschenrechner)

  3. NN ist nicht grösser als 55

  4. NN ist kleiner als 55

  5. NN ist mindestens 55

  6. NN ist grösser als 55

  7. NN ist mindestens 22 und kleiner als 77

  8. NN ist grösser als 22 und nicht grösser als 77

  9. NN liegt zwischen 22 und 77 (einschliesslich Grenzen)

  10. NN liegt zwischen 22 und 77 (ohne Grenzen)

  11. NN ist grösser als 00 (ohne Taschenrechner)

Solution
Exercise 4
F1

Aus den Krankenhausunterlagen geht hervor, dass von den Patienten, die an einer bestimmten Krankheit leiden, 75%75\% an dieser Krankheit sterben. Sie wählen nach dem Zufallsprinzip 66 Patienten aus.

  1. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass 44 wieder gesund werden?
  2. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass nicht mehr als 44 genesen?
F2

Früher hatte jeder Versuch, einen Telefonanruf zu tätigen, eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 0.80.8. (Dies hing oft von der Wichtigkeit der Person ab, die den Anruf tätigte, oder von der Neugier der Telefonistin!) Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass bei 1010 Versuchen mindestens 77 Erfolg haben.

F3

Ein Schütze (mit verbundenen Augen) stellt fest, dass er im Durchschnitt 44 von 55 Mal das Ziel trifft. Wenn er vier Schüsse abgibt, wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass

  1. mehr als 22 Treffer?
  2. mindestens 33 Fehlschüsse?
F4

In Singapur beträgt die Wahrscheinlichkeit für die Geburt eines Jungen 0.52150.5215, für die eines Mädchens 0.47850.4785. Wie hoch ist der Anteil der Familien in Singapur mit genau 66 Kindern, die mindestens 33 Jungen haben?

F5

Du wirfst zweimal einen fairen Würfel und bildest die Summe. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Summe 88 in mehr als der Hälfte der Fälle zustande kommt, wenn man dies 2020 Mal wiederholt?

F6

Eine gezinkte Münze (p(H)=0.45p(H)=0.45) wird 250250 mal geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für die Beobachtung von

  1. 100100 Kopf.
  2. mindestens 100100 Kopf.
  3. zwischen 104104 und 120120 Kopf (einschliesslich Ränder)
  4. Die Wahrscheinlichkeit für die Beobachtung von mehr als kk Köpfen sollte kleiner als 20%20\% sein. Bestimmen Sie kk (Sie müssen dies durch Versuch und Irrtum mit Hilfe des Taschenrechners tun).
F7

Überbuchung. Ein Medizinstudiengang ist auf 120120 Studenten begrenzt. Die Erfahrung zeigt, dass 10%10\% der Studenten ihre Bewerbung zurückziehen. Wie viele Bewerbungen können berücksichtigt werden, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass es zu viele Studenten gibt, kleiner als 5%5\% ist? Verwenden Sie auch hier Versuch und Irrtum, um die Lösung zu finden.

F8

Eine voreingenommene Münze mit p(H)=0.4p(H)=0.4 wird nn mal geworfen. Finden Sie nn so, dass die Wahrscheinlichkeit, mindestens einen Kopf zu sehen, mindestens 99.99%99.99\% beträgt.

F9

In einem Dorf haben 44%44\% für Trump und 56%56\% für Biden gestimmt. Sie führen eine Umfrage durch und wählen eine Zufallsstichprobe von Personen aus.

  1. Wenn die Stichprobengrösse 2020 Personen beträgt, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass mehr als 55 Personen, aber weniger als 1515 Personen für Biden gestimmt haben?

  2. Sie möchten die Stichprobengrösse so wählen, dass die Stichprobe mindestens einen Biden-Wähler mit einer Wahrscheinlichkeit von 0.9990.999 oder mehr enthält. Was ist die minimale Stichprobengrösse?

  3. Die Stichprobengrösse soll so gross gewählt werden, dass die Stichprobe mehr als 55 Biden-Wähler mit einer Wahrscheinlichkeit von 0.9990.999 oder mehr enthält. Wie gross ist der minimale Stichprobenumfang?

Solution
A1

NN="Anzahl der genesenen Patienten" ist eine binomische RV mit den Parametern n=6n=6 und p=0,25p=0,25.

  1. p(N=4)=binompdf(6,0.25,4)=0.032p(N=4)=binompdf(6,0.25,4)=\underline{0.032}
  2. p(N4)=binomcdf(6,0.25,4)=0.995p(N\leq 4)=binomcdf(6,0.25,4)=\underline{0.995}.
A2

NN="Anzahl der Erfolge" ist eine binomialverteilte RV mit den Parametern n=10n=10 und p=0.8p=0.8. p(N7)=1binomcdf(10,0.8,6)=0.879p(N\geq 7)=1-binomcdf(10,0.8,6)=\underline{0.879}.

A3

NN="Anzahl der Treffer" ist eine binomische RV mit den Parametern n=4n=4 und p=4/5p=4/5.

  1. p(N>2)=1binomcdf(4,4/5,2)=0.8192p(N > 2)= 1-binomcdf(4,4/5,2)=\underline{0.8192}
  2. p(N1)=binomcdf(4,4/5,1)=0.0272p(N\leq 1)=binomcdf(4,4/5,1)=\underline{0.0272}.
A4

NN="Anzahl der Jungen" ist eine binomialverteilte RV mit den Parametern n=6n=6 und p=0,5215p=0,5215. p(N3)=1binomcdf(6,0.5215,2)=0.695p(N\geq 3)=1-binomcdf(6,0.5215,2)=\underline{0.695}.

A5

NN="Anzahl der Fälle, in denen die Summe 88 ist" ist eine binomische RV mit den Parametern n=20n=20 und p=5/36p=5/36 (Wahrscheinlichkeit für Summe 88). p(N>10)=1binomcdf(20,5/36,10)=1.8105p(N>10)=1-binomcdf(20,5/36,10)=\underline{1.8\cdot 10^{-5}}.

A6

NN="Anzahl der Köpfe" ist eine binomialverteilte RV mit den Parametern n=20n=20 und p=5/36p=5/36

  1. binompdf(250,0.45,100)=0.014binompdf(250,0.45,100)=\underline{0.014}

  2. 1binomcdf(250,0.45,99)=0.9511-binomcdf(250,0.45,99)=\underline{0.951}

  3. binomcdf(250,0.45,120)binomcdf(250,0.45,103)=0.719binomcdf(250,0.45,120)-binomcdf(250,0.45,103)=\underline{0.719}

  4. Finde kk mit

    p(N>k)=1binomcdf(250,0.45,k)<0.2p(N>k)=1-binomcdf(250,0.45,k)<0.2

    Durch Ausprobieren mit dem Taschenrechner erhalten wir k=119k=\underline{119}.

A7

Binomialexperiment mit Erfolg SS="nicht abgesagt" und Erfolgswahrscheinlichkeit p=0.9p=0.9. nn ist die Anzahl der Bewerber (die Anzahl der Wiederholungen des Bernoulli-Experiments "ein zufällig ausgewählter Bewerber sagt ab oder nicht"). NN="Anzahl der Fälle, in denen eine Bewerbung nicht abgesagt wird" (Anzahl der Erfolge) ist eine binomische RV mit den Parametern nn (unknown) und p=0.9p=0.9.

Finde nn so, dass

p(N>120)<0.05p(N > 120)<0.05

d.h.

1binomcdf(n,0.9,120)<0.051-binomcdf(n,0.9,120) <0.05

Versuch und Irrtum n=127\rightarrow n=\underline{127}.

A8

NN="Anzahl der Köpfe" ist eine binomische RV mit den Parametern nn und p=0.4p=0.4. Wir müssen nn so finden, dass

p(N1)0.9999p(N\geq 1)\geq 0.9999

Aufgrund von p(N1)=1p(N=0)p(N\geq 1)=1-p(N=0) müssen wir nn finden mit

p(N=0)0.0001p(N=0)\leq 0.0001

Finden wir zunächst nn mit

p(N=0)=0.0001p(N=0)=0.0001

Mit

p(N=0)=(n0)0.400.6n=0.6n\begin{array}{lll} p(N=0)&=&\left(\begin{array}{lll} n \\ 0\end{array}\right) \cdot 0.4^0\cdot 0.6^n\\ &=& 0.6^n\end{array}

wir müssen also nn finden mit

0.6n=0.00010.6^n = 0.0001

Wenn wir den Logarithmus auf beiden Seiten nehmen, erhalten wir

nln(0.6)=ln(0.0001)n\cdot \ln(0.6)=\ln(0.0001)

und somit n=ln(0.0001)ln(0.6)=18.03n=\frac{\ln(0.0001)}{\ln(0.6)}=18.03, also n=19n=\underline{19}.

A9

Es handelt sich um ein Binomialexperiment, bei dem der Erfolg SS="Ausgewählte Person hat für Biden gestimmt" ist, und die Erfolgswahrscheinlichkeit p(S)=0,56p(S)=0,56 beträgt. nn ist die Anzahl der Personen in der Stichprobe (die Anzahl der Wiederholungen des Bernoulli-Experiments, d.h. "wähle eine Person aus dem Dorf nach dem Zufallsprinzip aus, die für Biden stimmen wird oder nicht"). Sei NN die Anzahl der Erfolge, d.h. die Anzahl der Personen in der Stichprobe, die für Biden stimmen.

  1. n=20n=20,

    p(5<N<15)=p(N14)p(N5)=binomcdf(20,0.56,14)binomcdf(20,0.56,5)=0.929\begin{array}{lll} p(5<N<15)&=&p(N\leq 14)-p(N\leq 5)\\ &=&binomcdf(20,0.56,14)-binomcdf(20,0.56,5)\\ &=&\underline{0.929} \end{array}
  2. Finde nn mit

    p(N1)=0.999p(N\geq 1) =0.999

    Wir können für nn lösen:

    p(N1)=1p(N<1)=1p(N=0)=1(n0)0.5600.44n=10.44n\begin{array}{lll} p(N\geq 1)&=&1-p(N<1)\\ &=& 1-p(N=0)\\ &=& 1-\left(\begin{array}{cc}n\\0\end{array}\right) \cdot 0.56^0\cdot 0.44^n \\ &=& 1-0.44^n \end{array}

    Finde also nn mit

    10.44n=0.999+0.44n,0.9990.44n=0.001log(.)nlog(0.44)=log(0.001):log(0.44)n=log(0.001)log(0.44)=8.414\begin{array}{cll} 1-0.44^n &=&0.999\quad\vert +0.44^n, -0.999\\ 0.44^n &=&0.001 \quad\vert \log(.)\\ n\log(0.44)&=&\log(0.001)\quad\vert :\log(0.44)\\ n&=&\frac{\log(0.001)}{\log(0.44)}\\ &=& 8.414 \end{array}

    Es ist also n=9n=\underline{9}.

  3. Finden Sie nn mit

    p(N>5)>0.999p(N>5)>0.999

    oder

    1p(N5)>0.9991-p(N\leq 5) > 0.999

    d.h.

    1binomcdf(n,0.56,5)>0.9991-binomcdf(n,0.56,5) > 0.999

    Im Gegensatz zum vorherigen Problem (2) können wir nn nicht lösen, denn binomcdf(n,0.56,5)binomcdf(n,0.56,5) lässt sich nicht auf eine einfache Formel reduzieren, die wir lösen können. Also müssen wir nn durch Versuch und Irrtum finden (geben Sie einige Zahlen für nn in den Taschenrechner ein). Wir erhalten n=23n=\underline{23}.