Terme
Historisches zum «Buchstabenrechnen»
Das Bild «Typus Arithmeticae» stammt aus Gregor Reischs Margarita Philosophica (1503).
Es zeigt die Personifikation der Arithmetik als Dame, die in der Mitte thront.
- Links:
Boethius, der mit arabischen Ziffern schreibt («Rechnen auf der Feder»). - Rechts:
Pythagoras, der mit einem Abakus arbeitet («Rechnen auf der Linie»).
Die Dame Arithmetica hält in jeder Hand ein aufgeschlagenes Buch – vermutlich eines mit arabischen Ziffern (Boethius) und eines mit dem Namen «Pythagoras». Auf ihrem Gewand findet sich ein sogenanntes Labdoma-Symbol, abgeleitet von Platons Lehre über die sieben Zahlen der Weltseele (, Harmonie der Sphären). Arithmetica blickt wohlwollend auf Boethius – die neuere Methode mit arabischen Zahlen galt als überlegen – und nur am Rande zu Pythagoras.
Typus Arithmeticae stammt aus der Margarita Philosophica, einem umfassenden Lehrbuch der Renaissance, das 1503 von Gregor Reisch veröffentlicht wurde. Die Darstellung gehört zu den Quadrivium-Fächern (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie), personifiziert als klassische Allegorie. Das Bild illustriert den Übergang von traditionellen Rechenmethoden zu moderner, schriftbasierter Mathematik – ein Sinnbild für den Erkenntnisfortschritt der Renaissance.
Variablen
Im bisherigen Mathematikunterricht wurden schon oft sogenannte Platzhalter verwendet. Statt des umgangssprachlichen Wortes «Platzhalter» verwendet man in der mathematischen Fachsprache den Begriff «Variable». Wir merken uns:
Ein Zeichen, das man als Platzhalter für Zahlen verwendet, nennt man Variable.
Als Variablen werden in der Regel Buchstaben benutzt. Diese Buchstaben selbst sind natürlich keine Zahlen. Wenn wir trotzdem von einer «Zahl » sprechen, so ist das ein kurzer Ausdruck für «die Zahl, die wir uns für die Variable eingesetzt denken». Ebenso ist die «Summe aus den Zahlen und » eine Kurzform für «die Summe aus den für und eingesetzten Zahlen». Aufgrund dieser Vereinbarung kann man also mit Buchstaben wie mit Zahlen rechnen.
Rechenausdrücke, in denen Variablen vorkommen, erhalten erst dann die Bedeutung von Zahlen, wenn man alle Variablen durch Zahlen ersetzt. Dabei ist es wichtig zu wissen, welche Zahlen für eine bestimmte Variable eingesetzt werden dürfen. Man nennt die Gesamtheit dieser Zahlen die Grundmenge für diese Variable. Innerhalb desselben Rechenausdrucks bzw. derselben Gleichung oder Ungleichung müssen beim Einsetzen gleiche Variablen durch gleiche Zahlen ersetzt werden.
Gib die Formel für den Rauminhalt eines Würfels mit der Kantenlänge an.
Solution
a) Nach welcher Formel wird die Oberfläche eines Quaders mit den Kantenlängen , , berechnet? Zeichne einen Quader.
b) Berechne für die Quader mit den Kanten: i) , , ii) , , iii) , und
Solution
a)
b)
i) , , ,
ii) , , ,
iii) , , ,
Berechne das Volumen einer hohen, geraden Pyramide mit quadratischer Grundfläche der Seitenlänge .
Solution
Stelle die folgenden Aussagen als Formel dar:
a) Die Zahl ist 9-mal so gross wie die Zahl .
b) Die Zahl ist um grösser als die Zahl .
c) Die Zahl ist um kleiner als die Zahl .
d) Die Zahl ist ebenso gross wie die Summe der Zahlen und .
e) Die Zahl ist gleich der Differenz der Zahlen und .
f) Man erhält die Zahl , indem man vom Produkt der Zahlen und die kleinste zweistellige Zahl abzieht.
g) Das Fünffache der Summe aus und ergibt die Zahl .
h) Die Hälfte der Zahl ist um grösser als das Dreifache der Zahl .
Solution
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
Formuliere in Worten:
a)
b)
c)
d)
Solution
a) Wenn man zu die Zahl addiert, erhält man das Doppelte von . (Oder: ist um kleiner als das Doppelte von .)
b) Das Fünffache von ist gleich dem Drittel von .
c) ist um kleiner als das Produkt von und .
d) Das Produkt aus der Summe und der Differenz der Zahlen und hat den Wert .
a) Wie kann man allgemein aus der Kantenlänge eines Würfels seine Oberfläche berechnen? Fertige eine Skizze an.
b) Was ergibt sich, wenn man für die Werte , , bzw. in diese Oberflächenformel einsetzt? Wie ändert sich demnach beim Verdoppeln der Kantenlänge?
Solution
a)
b)
i) :
ii) :
iii) :
iv) :
Zur doppelten Kantenlänge gehört die vierfache Oberfläche; denn .
a) Welche Werte nimmt an, wenn man für nacheinander die natürlichen Zahlen einsetzt?
b) Welche Grundmenge muss man für die Variable wählen, damit man aus alle ungeraden Zahlen erhält?
Solution
a) — also alle ungeraden Zahlen.
b)
Setze in für der Reihe nach die geraden Zahlen ein. Welche gemeinsamen Teiler haben alle so erhaltenen Zahlen ?
Solution
. Alle Ergebnisse sind ungerade Zahlen mit als einzigem gemeinsamen Teiler.
Gib den Wert derjenigen dreistelligen Zahl an, deren erste Stelle ist, während an zweiter Stelle und an dritter Stelle steht. Welche Ziffern kommen für bzw. für infrage?
Solution
Entscheide, ob die Aussagen wahr oder nicht wahr sind:
a)
b)
c)
d)
e)
f)
Solution
a) ist eine Bruchzahl, wahr.
b) ist keine Bruchzahl, falsch (denn ).
c) ist eine Bruchzahl, wahr.
d) Die Menge der natürlichen Zahlen ist ein Element der Menge der rationalen Zahlen, falsch; Teilmenge wäre z. B. richtig.
e) Der Schnitt von und ist nicht leer, sondern gleich . (z. B. ), also falsch.
f) Die Vereinigung (nicht ), falsch.
Terme
Die Verwendung der Bezeichnung Term wird durch folgende Definition geregelt:
-
Jede Zahl ist ein Term.
-
Jede Variable ist ein Term.
-
Summe, Differenz, Produkt und Quotient zweier Terme sind ebenfalls wieder Terme.
Teil 3 der Definition besagt (zusammen mit 1 und 2), dass jeder mithilfe der vier Grundrechenarten aus Zahlen und Variablen gebildete Rechenausdruck ein Term ist.
Für die Schreibweisen mehrfach zusammengesetzter Terme gelten die bekannten Vereinbarungen.
-
Klammern haben absoluten Vorrang.
-
Punkt geht vor Strich.
-
Der Bruchstrich ersetzt Klammern um Zähler und Nenner.
Bei einem Produkt darf vor einer Variablen oder vor einer Klammer der Malpunkt weggelassen werden.
Bei gemischten Zahlen werden ein Pluszeichen und Klammern weggelassen. So bedeutet ausführlich . Wir vermeiden grundsätzlich diese sogenannte «Krämerschreibweise».
Gegeben sind die Terme und . Notiere die folgenden Terme und überlege bei Produkten, ob der Malpunkt geschrieben werden muss:
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j)
k)
l)
Solution
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j)
k)
l)
Vereinfache die Schreibweise der folgenden Terme, indem du unnötige Klammern und Malpunkte vermeidest.
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j)
k)
l)
Solution
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j)
k)
l)
Berechne und vergleiche:
a)
b)
c)
Solution
a)
b)
c) , also nicht definiert
Notiere die folgenden Terme:
a) Die Summe aus der Variablen und dem Produkt von und .
b) Die Differenz mit dem Produkt als Minuend und als Subtrahend.
c) Der Bruch mit Zähler und Nenner: Summe aus und dem dritten Teil von .
d) Das Produkt aus und dem Quotienten .
e) Der Quotient aus und .
f) Der Quotient mit Dividend und Divisor: .
Solution
a)
b)
c)
d)
e)
f)
Die Einsetzungen in die Variable eines Terms werden stets aus einer Grundmenge genommen, welche grundsätzlich eine Teilmenge von ist.
Jeder Term, der eine Zahl aus darstellt, heisst Zahlenterm.
Dabei interessiert man sich besonders für diejenigen Einsetzungen, die auf einen Zahlenterm führen.
Gegeben sei ein Term und eine Grundmenge . Die Menge aller Zahlen , für die ein Zahlenterm ist, heisst Definitionsmenge von bezüglich der Grundmenge . Kürzer:
Wir sprechen die Notation
als « von » aus; sie verdeutlicht, dass der Term von der Variablen abhängt.
Wir schreiben beispielsweise für den Term
in den wir für die Variable den Wert einsetzen:
und sagen « von ist gleich minus Einundzwanzigstel».
Gegeben ist der Term
Setze für die Variable die angegebenen Zahlen ein und entscheide jeweils, ob ein Zahlenterm entsteht. Gib dann die Zahl in möglichst einfacher Form an.
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
Solution
a)
b)
c)
d)
e) nicht definiert
f)
g)
Termumformungen
Terme – also auch Variablen – stehen für reelle Zahlen. Beim Rechnen mit Termen denken wir uns jede Variable durch eine geeignete Zahl ersetzt. Dadurch wird der Term selbst zu einer reellen Zahl, und es kann mit ihm wie mit einer reellen Zahl gerechnet werden.
Also gelten die Rechengesetze für reelle Zahlen auch für das Rechnen mit Termen. Mithilfe der Rechengesetze kann man Terme in andere Terme umwandeln – vor allem will man natürlich komplizierte Terme vereinfachen. Wir zeigen dieses Umformen von Termen mittels der Rechengesetze an einigen Beispielen.
-
Kommutativgesetz:
Beispiele: ;
-
Assoziativgesetz:
Beispiel:
-
als neutrales Element:
Beispiel:
-
Inverse Elemente:
Beispiele: ;
-
Kommutativgesetz:
Beispiele: ;
-
Assoziativgesetz:
Beispiele: ;
-
als neutrales Element:
Beispiele: ;
-
Inverse Elemente (für ):
Beispiele: ;
-
Ausmultiplizieren:
Beispiele: ;
-
Ausklammern:
Beispiele: ; ;
Multipliziere aus und vereinfache, wenn möglich:
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j)
k)
l)
Solution
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j)
k)
l)
Fasse gleichartige Terme zusammen:
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j)
k)
l)
Solution
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j) Term kann nicht vereinfacht werden (unterschiedliche Variablen)
k)
l)