Basics Funktionen

Eine Seite aus dem Tractatus de latitudinibus formarum des Nikolaus von Oresme (um 1320/25–1382) mit graphischen Darstellungen von Funktionen. Handschrift aus dem 14. Jahrhundert (Codex latinus monacensis 4377, folium 122r).

Im Geometrieunterricht lernt man, was man unter einer Abbildung versteht. Beispiele von Abbildungen sind Achsenspiegelung, Punktspiegelung und Verschiebung. In der Geometrie spricht man immer dann von einer Abbildung, wenn jedem Punkt PP der Ebene genau ein Bildpunkt PP' zugeordnet wird.

Solche eindeutigen Zuordnungen kommen auch in anderen Teilgebieten der Mathematik, bei Naturvorgängen und in vielen anderen Zusammenhängen vor.

Example 1

Hans bietet Uli ein Würfelspiel nach folgender Regel an: Uli darf würfeln. Bei einer ungeraden Augenzahl erhält er von Hans, bei einer geraden Augenzahl zahlt er an Hans so viele €, wie die Augenzahl jeweils angibt.

Durch diese Spielregel ist tatsächlich Ulis Gewinn bzw. Verlust (= negativer Gewinn) für jede Augenzahl genau festgelegt. Man kann alle möglichen Fälle in einer Tabelle zusammenstellen:

Augenzahl 1 2 3 4 5 6
Gewinn in € 1 -2 3 -4 5 -6

Bei diesem Spiel lässt sich die Regel, nach welcher einer Augenzahl xx der Gewinn yy € zugeordnet wird, auch kurz durch eine Gleichung ausdrücken: y=(1)x+1xy=(-1)^{x+1} \cdot x.

Example 2

Wie viele Primzahlen befinden sich unter den ersten nn natürlichen Zahlen 1,2,3,,n1, 2, 3, \dots, n? Bezeichnet man die gesuchte Anzahl mit mm, so kann man folgende Tabelle aufstellen:

n 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
m 0 1 2 2 3 3 4 4 4 4 5

Diese Tabelle lässt sich, wenn auch mit wachsendem Rechenaufwand, beliebig weit fortsetzen. Zu jeder natürlichen Zahl nn erhält man genau eine Zahl mm.

Example 3

Den Flächeninhalt AA eines Quadrats kann man aus der Quadratseite aa berechnen: A=a2A = a^2. Jeder Seitenlänge aa ist also eindeutig der Flächeninhalt AA zugeordnet.

Example 4

Am Thermometer einer meteorologischen Station wurden im Laufe eines Tages folgende Temperaturen abgelesen:

Uhrzeit in Std. 0 3 6 9 12 15 18 21 24
Temperatur ϑ\vartheta in °C 7.1 5.0 8.3 14.9 19.0 22.2 18.8 12.5 9.8

Natürlich hätte man das Thermometer auch zu anderen Zeiten ablesen können; es zeigte zu jedem Zeitpunkt eine bestimmte Temperatur an.

Das Gemeinsame an diesen Beispielen lässt sich folgendermassen beschreiben: Man hat jeweils zwei Mengen und eine Vorschrift, welche jedem Element der einen Menge genau ein Element der anderen Menge zuordnet. Die Zuordnungsvorschrift wird dabei durch Pfeile dargestellt. Wesentlich ist, dass von jedem Element der ersten Menge nur ein einziger Pfeil ausgeht; denn zu ihm gehört ja genau ein Element der zweiten Menge. Wohl aber können zwei oder mehr Pfeile auf dasselbe Element der zweiten Menge zeigen.

Da das Wesentliche an einer Abbildung die Eindeutigkeit der Zuordnung ist, spricht man auch in solchen Fällen, wo – wie in unseren Beispielen – nicht Punkten wieder Punkte zugeordnet werden, von einer Abbildung. Man sagt, dass die erste Menge in die zweite Menge abgebildet wird. Für eine solche nicht geometrische Abbildung gibt es aber noch eine andere Bezeichnung; man nennt sie auch Funktion (functio (lat.) = Verrichtung).

Als Zeichen für eine Funktion verwendet man im Allgemeinen einen kleinen lateinischen Buchstaben, zumeist ff. Die erste Menge heisst Definitionsmenge D\mathbb{D} der Funktion ff. Ein Element von D\mathbb{D} wird in der Regel mit der Variablen xx bezeichnet. Für das ihm zugeordnete Element der zweiten Menge verwendet man dann das Zeichen f(x)f(x), gelesen „ff von xx“. Man nennt f(x)f(x) den zu xx gehörenden Funktionswert; xx bezeichnet man oft als Argument (argumentum (lat.) = Gegenstand, Inhalt, Gehalt) der Funktion ff. Alle Funktionswerte einer Funktion fasst man zu ihrer Wertemenge W\mathbb{W} zusammen. Die Zuordnung zwischen den Elementen der Definitions- und der Wertemenge wird durch einen besonderen Pfeil, den Abbildungspfeil oder Fusspfeil \mapsto, dargestellt. Man schreibt kurz: f:xf(x),xDf: x \mapsto f(x), \quad x \in \mathbb{D}

Aus dem Alltag kennt man graphische Darstellungen von Funktionen. Zum Beispiel wird in den Nachrichten der SMI (Swiss Market Index) häufig als Graph illustriert. Jedem Datum wird ein bestimmter Index zugeordnet.

Example 5

Beim SMI ordnet die Funktion ff jedem Monat xx genau eine Quote yy zu.

Example 6

Das Quadrieren ist eine Funktion. Jeder reellen Zahl xx wird ihr Quadrat y=x2y=x^2 zugeordnet.

In der Mathematik versteht man unter einer Funktion folgendes:

Definition 1: Funktion

Unter einer Funktion ff mit der Definitionsmenge D\mathbb{D} und der Wertemenge W\mathbb{W} verstehen wir eine Abbildung, die jedem Element xDx\in\mathbb{D} genau ein Element f(x)WRf(x)\in\mathbb{W} \subset \mathbb{R} als Funktionswert zuordnet. Man schreibt dafür y=f(x)y=f(x) ("yy gleich ff von xx") oder f:xf(x)f: x \mapsto f(x) und für die Funktion f:DWf:\mathbb{D}\longrightarrow\mathbb{W}.

Exercise 1: Funktion

Wie sieht das Schaubild der Definition einer Funktion aus?

Solution

Oft wird als Bezeichnung für ein Element der Wertemenge die Variable yy verwendet. Ausführlicher kann man auch f:xyf: x \mapsto y mit y=f(x)y=f(x) und xDx \in \mathbb{D} schreiben. Dabei ist zu beachten, dass den Variablen xx und yy ganz verschiedene Rollen zugeteilt sind. Für xx darf ein beliebiger Wert aus der Definitionsmenge D\mathbb{D} gewählt werden. Für yy muss dann der diesem xx zugeordnete Funktionswert genommen werden. Wegen dieses Unterschiedes nennt man xx die unabhängige und yy die abhängige Variable.

Das Wort functio hat 1692 Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) bei geometrischen Betrachtungen in die Mathematik eingeführt. Die Bezeichnungen ff und f(x)f(x) für Funktion und Funktionswert gehen auf Leonhard Euler (1707–1783) zurück, bei dem sie erstmals 1734 in einer Abhandlung vorkommen. Die Schreibweise y=f(x)y=f(x) wurde erstmals 1883 von dem italienischen Mathematiker Giuseppe Peano (1858–1932) verwendet.

Betrachten wir noch einmal unsere vier Beispiele, um darauf die neuen Begriffe anzuwenden:

In Beispiel 1 handelt es sich um eine Funktion mit der Definitionsmenge D={1,2,3,4,5,6}\mathbb{D}=\{1, 2, 3, 4, 5, 6\}. Der zu xDx \in \mathbb{D} gehörende Funktionswert yy kann mithilfe der Gleichung y=(1)x+1xy=(-1)^{x+1} \cdot x berechnet werden. Eine solche Gleichung heisst Funktionsgleichung; sie hat die Form y=f(x)y=f(x). Der auf ihrer rechten Seite für f(x)f(x) stehende Term heisst Funktionsterm. Damit lässt sich die Funktion schreiben als: f:xy mit y=(1)x+1x und x{1,2,3,4,5,6}f: x \mapsto y \text{ mit } y=(-1)^{x+1} \cdot x \text{ und } x \in \{1, 2, 3, 4, 5, 6\}

In Beispiel 2 handelt es sich um eine Funktion mit der Definitionsmenge N\mathbb{N}. Die Zuordnungsvorschrift lässt sich hier nur in Worten ausdrücken: Jedem xNx \in \mathbb{N} wird als Funktionswert f(x)f(x) die Anzahl aller Primzahlen pp zugeordnet, für welche pxp \le x.

In Beispiel 3 setzen wir a=xa=x m und A=yA=y m², so gilt: y=x2y = x^2. Die Definitionsmenge D\mathbb{D} besteht hier aus allen positiven rationalen Zahlen, also D=R+\mathbb{D} = \mathbb{R}^+. Die Funktion lässt sich so schreiben: f:xx2,xR+f: x \mapsto x^2, \quad x \in \mathbb{R}^+

In Beispiel 4 stellen die Zeitangaben die Definitionsmenge und die Temperaturangaben die Wertemenge dar. Da die Natur keine Sprünge macht, gehören bei einer kontinuierlichen Messung auch alle dazwischen liegenden Temperaturwerte zu W\mathbb{W}.

Eine Funktion erzeugt Zahlenpaare (xy)(x|y). Ein solches Paar ist geordnet, d. h. die Reihenfolge ist wesentlich. In einem kartesischen Koordinatensystem (zu Ehren von René Descartes) werden diese Paare als Punkte P(xy)P(x|y) dargestellt.

Definition 2: Graph

Sei f:DWf:\mathbb{D}\longrightarrow\mathbb{W} eine Funktion. Die Menge aller geordneten Paare Gf={(xf(x))xD}\mathbb{G}_f=\{(x|f(x))\mid x\in\mathbb{D}\} heisst Graph von ff.

Darstellung einer Funktion am Beispiel des Quadrierens mit D=N0\mathbb{D} = \mathbb{N}_0:

Exercise 2: Graphen von Funktionen identifizieren

Welche Kurven sind Graphen von Funktionen?

Solution

Graphen von Funktionen sind b), d), g) und h). Die anderen verletzen das Kriterium der Eindeutigkeit (einem xx werden mehrere yy zugeordnet).

Einschränkungen des Definitionsbereichs einer Funktion
Note 1

Die Definitionsmenge beeinflusst massgeblich das Aussehen des Graphen (z. B. Punkte vs. durchgezogene Linie).

Note 2

Falls nicht erwähnt oder anderweitig festgelegt, so sind Definitions- und Wertemenge gleich R\mathbb{R}.

Example 7

Die Funktion, welche vorschreibt, eine Zahl zu quadrieren, notiert man kurz mit

f(x)=x2.f(x)=x^2.

Es ist dann beispielsweise f(2)=22=4f(2)=2^2=4, f(0)=02=0f(0)=0^2=0, f(3)=(3)2=9f(-3)=(-3)^2=9, \dots. Praktisch ist häufig die Illustration einer Funktion in einem Koordinatensystem. Man trägt ausgewählte Zahlenpaare (24)(2|4), (00)(0|0), (39)(-3|9), \dots ein.

Note 3

In y=f(x)y=f(x) heisst xx Argument von ff und yy bzw. f(x)f(x) Funktionswert/Bild von xx.

Exercise 3: g von x

Gegeben sei die Funktion

g(x)=x22x+3.g(x)=x^2-2x+3.

a) Berechne g(2)g(2), g(3)g(3), g(4)g(4)g(4)-g(-4) und g(a2)g(a^2).

b) Für welchen Wert xx ist g(x)=2g(x)=2, 33 bzw. x2x^{2}?

Solution

a) g(2)=2222+3=3g(2)=2^{2}-2\cdot2+3=3, g(3)=3223+3=6g(3)=3^{2}-2\cdot3+3=6, g(4)=11g(4)=11 und g(4)=27    g(4)g(4)=16g(-4)=27 \implies g(4)-g(-4)=-16, g(a2)=(a2)22a2+3=a42a2+3g(a^{2})=(a^2)^2-2a^2+3 = a^{4}-2a^{2}+3

b) g(x)=2g(x)=2:

2=x22x+3    0=x22x+10=(x1)2    x=1\begin{align*} 2 &= x^{2}-2x+3 \quad \iff \quad 0 = x^{2}-2x+1 \\ 0 &= (x-1)^{2} \quad \iff \quad x = 1 \end{align*}

g(x)=3g(x)=3:

3=x22x+3    0=x22x0=x(x2)    x1=0,x2=2\begin{align*} 3 &= x^{2}-2x+3 \quad \iff \quad 0 = x^2-2x \\ 0 &= x(x-2) \quad \iff \quad x_1=0, x_2=2 \end{align*}

g(x)=x2g(x)=x^2:

x2=x22x+3    0=2x+32x=3    x=32\begin{align*} x^2 &= x^2-2x+3 \quad \iff \quad 0 = -2x+3 \\ 2x &= 3 \quad \iff \quad x = \frac{3}{2} \end{align*}
Exercise 4: h(z)

Es sei

h(z)=z3z+2.h(z)=z^3-z+2.

Berechne h(3)h(3), h(1)h(-1) und h(0)h(0).

Solution

h(3)=333+2=26h(3)=3^{3}-3+2=26, h(1)=(1)3(1)+2=2h(-1)=(-1)^{3}-(-1)+2=2 und h(0)=2h(0)=2.

Exercise 5: s(t)

Betrachte

s(t)=t+2t1s(t)=\frac{t+2}{t-1}

Berechne s(0)s(0), s(2)s(-2), s(1)s(1) und s(10)s(10). Für welche Argumente tt ist der Funktionswert s(t)=1s(t)=1, 22, 5-5 bzw. 00?

Solution

s(0)=2s(0)=-2, s(2)=0s(-2)=0, s(1)s(1) ist nicht definiert (D=R{1}\mathbb{D} = \mathbb{R} \setminus \{1\}) und s(10)=129=43s(10)=\frac{12}{9}=\frac{4}{3}.

s(t)=1s(t)=1:

1=t+2t1    t1=t+21=2(falsche Aussage)\begin{align*} 1 &= \frac{t+2}{t-1} \quad \iff \quad t-1 = t+2 \\ -1 &= 2 \quad \text{(falsche Aussage)} \end{align*}

Also ist s(t)=1s(t)=1 nicht erfüllbar (W=R{1}\mathbb{W} = \mathbb{R} \setminus \{1\}).

s(t)=2s(t)=2:

2=t+2t1    2t2=t+2t=4\begin{align*} 2 &= \frac{t+2}{t-1} \quad \iff \quad 2t-2 = t+2 \\ t &= 4 \end{align*}

s(t)=5s(t)=-5:

5=t+2t1    5t+5=t+26t=3    t=12\begin{align*} -5 &= \frac{t+2}{t-1} \quad \iff \quad -5t+5 = t+2 \\ 6t &= 3 \quad \iff \quad t = \frac{1}{2} \end{align*}

s(t)=0s(t)=0:

0=t+2t1    0=t+2t=2\begin{align*} 0 &= \frac{t+2}{t-1} \quad \iff \quad 0 = t+2 \\ t &= -2 \end{align*}
Exercise 6: Rechnen mit Funktionstermen

Gegeben sei s(t)=205t2s(t)=20-5t^2. Berechne den Quotienten s(t+h)s(t)h\frac{s(t+h)-s(t)}{h}.

Solutions(t+h)s(t)h=[205(t+h)2][205t2]h=205(t2+2th+h2)20+5t2h=10th5h2h=10t5h\begin{align*} \frac{s(t+h)-s(t)}{h} &= \frac{[20-5(t+h)^2] - [20-5t^2]}{h} \\ &= \frac{20-5(t^2+2th+h^2)-20+5t^2}{h} \\ &= \frac{-10th-5h^2}{h} = -10t-5h \end{align*}

Der Quotient strebt für h0h \to 0 gegen den Wert 10t-10t.

Exercise 7: Exponentialfunktion

Berechne für

f(x)=2x1f(x)=2^x-1

f(1)f(1) , f(3)f(3) und f(10)f(10).

Solution

f(1)=211=1f(1)=2^{1}-1=1, f(3)=231=7f(3)=2^{3}-1=7 und f(10)=2101=1023f(10)=2^{10}-1=1023.

Exercise 8: In Worten

Drücke die folgenden Aussagen kurz und prägnant in mathematischer Schreibweise aus:

a) Durch die Funktion ff wird der Zahl 55 die Zahl 132132 zugeordnet.

b) Die Funktion hh nimmt für x=2x=-2 den Funktionswert 1818 an.

c) Die Funktion ff ordnet der Zahl 33 einen grösseren Wert zu als der Zahl 88.

d) Alle Funktionswerte der Funktion ff sind positiv.

e) Die Funktion ff ordnet jeder reellen Zahl das um 77 vermehrte Quadrat dieser Zahl zu.

f) Die Funktion gg ordnet jeder reellen Zahl das Quadrat der um 33 vergrösserten Zahl zu.

g) Die Funktion hh ordnet jeder reellen Zahl den um 1313 vergrösserten Kehrwert dieser Zahl zu.

h) Die Funktion ff ordnet jeder reellen Zahl den Kehrwert der um 44 verminderten Zahl zu.

Solution

a) f(5)=132f(5)=132

b) h(2)=18h(-2)=18

c) f(3)>f(8)f(3)>f(8)

d) f(x)>0 fu¨r alle xRf(x)>0\ \text{für alle}\ x\in\mathbb{R}

e) f(x)=x2+7f(x)=x^{2}+7

f) g(x)=(x+3)2g(x)=(x+3)^{2}

g) h(x)=1x+13h(x)=\frac{1}{x}+13

h) f(x)=1x4f(x)=\frac{1}{x}-4

Definition 3: Nullstelle

Gilt für einen Wert x=aDx=a\in\mathbb{D}

f(a)=0f(a)=0

so heisst aa Nullstelle der Funktion ff.

Nullstellen sind also diejenigen Stellen, an denen der Funktionswert 00 ist.

Exercise 9: Definitionsmenge

Ermittle die maximale Definitionsmenge D\mathbb{D}, die minimale Wertemenge W\mathbb{W} und die Nullstellen der Funktionen

a) f(x)=2x6f(x)=2x-6

b) g(x)=3x+1g(x)=3x+1

c) h(x)=x2h(x)=x^2

d) k(x)=xk(x)=\sqrt{x}

e) m(x)=1xm(x)=\frac{1}{x}

f) n(x)=x5n(x)=\sqrt{x-5}

Solution

a) 0=2x6    x=30=2x-6 \iff x=3. D=R\mathbb{D}=\mathbb{R}, W=R\mathbb{W}=\mathbb{R}.

b) 0=3x+1    x=130=3x+1 \iff x=-\frac{1}{3}. D=R\mathbb{D}=\mathbb{R}, W=R\mathbb{W}=\mathbb{R}.

c) 0=x2    x=00=x^2 \iff x=0. D=R\mathbb{D}=\mathbb{R}, W=R0+\mathbb{W}=\mathbb{R}^{+}_{0}.

d) 0=x    x=00=\sqrt{x} \iff x=0. D=R0+\mathbb{D}=\mathbb{R}^{+}_{0}, W=R0+\mathbb{W}=\mathbb{R}^{+}_{0}.

e) 0=1x0=\frac{1}{x} hat keine Lösung. D=R{0}\mathbb{D}=\mathbb{R}\setminus\{0\}, W=R{0}\mathbb{W}=\mathbb{R}\setminus\{0\}.

f) 0=x5    x=50=\sqrt{x-5} \iff x=5. D=[5,)\mathbb{D}=[5,\infty), W=R0+\mathbb{W}=\mathbb{R}^{+}_{0}.

Note 4: $y$-Achsenschnittpunkt

Falls der Graph der Funktion ff die yy-Achse schneidet, dann im Punkt (0f(0))(0|f(0)); denn die yy-Achse schneidet ja die xx-Achse bei x=0x=0.

Exercise 10: y-Achsenschnittpunkt

Bestimme zu den Funktionen aus Aufgabe Definitionsmenge jeweils den Schnittpunkt mit der yy-Achse.

Solution

a) f(0)=206=6    Sy(06)f(0)=2\cdot0-6=-6 \implies S_y(0|-6)

b) g(0)=30+1=1    Sy(01)g(0)=3\cdot0+1=1 \implies S_y(0|1)

c) h(0)=02=0    Sy(00)h(0)=0^2=0 \implies S_y(0|0)

d) k(0)=0=0    Sy(00)k(0)=\sqrt{0}=0 \implies S_y(0|0)

e) m(0)=10m(0)=\frac{1}{0} ist nicht definiert; kein Schnittpunkt mit der yy-Achse.

f) n(0)=05n(0)=\sqrt{0-5} ist im Reellen nicht definiert (0D0 \notin \mathbb{D}); kein Schnittpunkt mit der yy-Achse.

Example 8

Lässt man einen Stein vom obersten Stock des schiefen Turms von Pisa fallen, so wird durch

h(t)=564.9t2h(t)=56-4.9t^2

die Höhe hh des Steins in Metern über dem Erdboden tt Sekunden nach dem Fallenlassen beschrieben.

Exercise 11: Stein

Ausgehend von obiger Funktion h(t)=564.9t2h(t)=56-4.9t^2: Wie viele Meter über dem Boden ist der Stein nach 22 Sekunden Flugzeit? Wann trifft der Stein auf den Boden auf? Wie hoch ist der schiefe Turm von Pisa?

Solution

Nach zwei Sekunden: h(2)=564.922=5619.6=36.4mh(2)=56-4.9\cdot2^{2}=56-19.6=36.4\,\mathrm{m}.

Aufprall bei h(t)=0h(t)=0:

0=564.9t2    4.9t2=56t2=564.911.428...t3.38s(t>0)\begin{align*} 0 &= 56-4.9\cdot t^{2} \quad \iff \quad 4.9 \cdot t^2 = 56 \\ t^2 &= \frac{56}{4.9} \approx 11.428... \\ t &\approx 3.38\,\mathrm{s} \quad (t > 0) \end{align*}

Anfangshöhe (Turmhöhe): h(0)=56mh(0)=56\,\mathrm{m}.

Definition 4: Graph

Sei f:DWf:\mathbb{D}\longrightarrow\mathbb{W} eine Funktion. Die Menge aller Punkte

{(xy)y=f(x),xD}\{(x|y)\mid y=f(x),x\in\mathbb{D}\}

heisst Graph der Funktion ff.

Exercise 12: Graphen

Zeichne den Graphen der Funktion f(x)=x3f(x)=x^3.

Solution

Verwende GeoGebra und vergleiche mit deinem Plot. Der Graph verläuft durch (28),(11),(00),(11),(28)(-2|-8), (-1|-1), (0|0), (1|1), (2|8).