Teilmengen und Operationen
Teilmengen
Ist jedes Element einer Menge auch in einer Menge enthalten, so ist eine Teilmenge von .
Wir schreiben
oder seltener .
oder
Ferner ist falsch, da keine Menge ist. Hingegen sind und richtige Aussagen.
Für die leere Menge gilt der – aus unserer Sicht nicht ganz triviale –
Die leere Menge ist Teilmenge jeder Menge.
Proof
BWoC (Beweis durch Widerspruch). Gegenannahme: Die leere Menge sei nicht Teilmenge jeder Menge.
Wäre die leere Menge nicht Teilmenge jeder Menge, dann gäbe es mindestens eine Menge , welche die leere Menge nicht enthalten würde, . Dann müsste es aber nach Definition der Teilmenge ein Element geben, das nicht zu gehört (). Widerspruch, denn damit wäre die leere Menge ja nicht leer, weil sie dieses enthalten müsste. Das heisst, unsere Gegenannahme ist falsch. Es gilt also das Gegenteil der Gegenannahme: Die leere Menge ist Teilmenge jeder Menge.
Der Begriff „Satz“ kommt vom lateinischen propositio ~ „Vorschlag, Aussage“. In der Mathematik ist ein „Satz“ eine Aussage, die bewiesen wurde und damit für alle Zeiten gilt. Wir brauchen oft das vom Griechischen eingedeutschte „Theorem“ (); wörtlich: „etwas, das man betrachtet“ oder „Gegenstand des Nachdenkens“.
Haben zwei Mengen und die gleichen Elemente, so schreibt man .
Welche der folgenden Aussagen sind richtig?
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
i)
j)
Solution
a) ✓
b) ❌, ist keine Menge.
c) ❌, das Element kommt nicht vor.
d) ❌, ist keine Menge.
e) ✓
f) ❌,
g) ❌, das Element kommt nicht vor.
h) ✓
i) ✓
j) ✓
Die Menge aller Teilmengen einer Menge ,
heisst Potenzmenge von .
Die Potenzmenge von ist
Bestimme die Potenzmenge von
Solution
Wie viele Elemente hat die Potenzmenge einer Menge mit ?
Solution
Sei die Anzahl der Elemente der Potenzmenge. Wir kennen die ersten paar Zuordnungen :
Wir schliessen daraus, dass die Potenzmenge Elemente hat. Denn fügt man zur Menge ein weiteres Element hinzu, so nimmt die Anzahl möglicher Mengenkombinationen um den Faktor zu, da jede bereits vorhandene Menge in der Potenzmenge von zusätzlich mit dem neuen Element kombiniert werden kann. Wir haben also Elemente in der Potenzmenge für eine Menge mit Elementen.
Operationen
Durchschnittsmenge
Die Durchschnittsmenge oder kurz der Schnitt zweier Mengen und besteht aus sämtlichen Elementen, die sowohl zu als auch zu gehören. In mathematischer Schreibweise:
Ist und , dann gilt
Zwei Mengen heissen disjunkt, wenn sie keine gemeinsamen Elemente haben, d. h.
Vereinigungsmenge
Die Vereinigung zweier Mengen und besteht aus sämtlichen Elementen, die zu oder gehören. Wir schreiben
Für und wie im obigen Beispiel gilt
Differenzmenge
Die Differenz von mit besteht aus sämtlichen Elementen, die zu , aber nicht zu gehören. Wir schreiben
Mit und wie oben gilt
Komplementärmenge
Es sei . Das Komplement von bezüglich der Grundmenge besteht aus sämtlichen Elementen von , die nicht zu gehören. Wir schreiben
Ist und wie oben, dann gilt
Es sei die Grundmenge
sowie Teilmengen von
Ermittle:
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
Solution
a)
b)
c) ,
da
d)
e)
f)
g)
Von Schülerinnen nehmen an einer Arbeitsgemeinschaft für Physik und an einer Arbeitsgemeinschaft für Chemie teil. Wie viele Schülerinnen nehmen mindestens an keiner der beiden Arbeitsgemeinschaften teil, wie viele höchstens?
Solution
Sollen möglichst viele Schülerinnen an keiner der beiden Arbeitsgemeinschaften teilnehmen, dann kommen alle der Chemie in den Schnitt mit der Physik. Dies ergibt dann Personen.
Für möglichst wenige Schülerinnen in Arbeitsgemeinschaften lassen wir den Schnitt von Chemie und Physik leer: .
Betrachte folgende Mengen: Grundmenge
Übersetze die folgenden Sätze in die Mengensprache:
a) Es gibt keine Klubmitglieder mit braunen Augen, die älter als 20 Jahre sind.
b) Alle Klubmitglieder, die eine Krawatte tragen, arbeiten in Basel.
c) Alle Klubmitglieder mit braunen Augen sind älter als 20 Jahre.
d) Es gibt Klubmitglieder, die in Basel arbeiten oder eine Krawatte tragen.
e) Kein Klubmitglied mit braunen Augen trägt eine Krawatte.
f) Jedes Klubmitglied, das nicht älter als 20 ist, trägt keine Krawatte.
g) Es gibt mindestens ein Klubmitglied, das älter als 20 Jahre ist, in Basel arbeitet und keine Krawatte trägt.
Solution
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)