Von der logistischen Funktion zur Mandelbrotmenge
Sensibilität von gegenüber den Startwerten
Zuerst gleisen wir wiederum die logistische Funktion auf und rekapitulieren die wichtigsten Facts.
Attraktorwerte von
Wir haben also noch durch obigen Satz so was wie ein "sicheres" Attraktorintervall
erhalten.
Den Attraktorbereich der Fixpunkte der Periode kann man sich auf Wunsch noch mal in Youtube auf gym math zu Gemüte führen:
Was passiert für ?
Klar ist, dass für die beiden Fixpunkte nicht mehr attraktiv sind; sie sind aber natürlich nach wie vor "da". Wir kriegen also nebst und nun zusätzlich
und haben bereits gesehen, dass diese Fixpunkte für anziehend sind. Bemerkenswert ist nun, dass die weiteren Verzweigungen (Bifurkationen) in immer kürzer werdenden Abständen stattfinden. Und, dass diese verschiedenen oberen Grenzen der Attraktivität der Ordnung , , selbst einen Grenzwert haben. Es ist:
Für hat man chaotisches Verhalten. Aber selbst in diesen Bereichen gibt es immer wieder "Fenster" der Ordnung. Zudem kann der Verlauf eines Orbits für fixes äusserst empfindlich gegenüber Anfangsbedingungen sein.
"Leicht" verschiedene Startwerte
Im Folgenden soll die Empfindlichkeit des zeitlichen Verlaufs der logistischen Funktion gegenüber nur minim unterschiedlichen Startwerten illustriert werden. Für gewisse wird nämlich das Verhalten der Iteration so zu sagen "chaotisch". Man spricht in diesem Kontext auch etwa vom "Schmetterlingseffekt". Natürlich findet man diesen Effekt nicht für alle , wie wir bereits wissen.
Dabei stösst man auch auf dynamische Probleme, welche analytisch anspruchsvoll sind: zum Beispiel das Doppelpendel
Das Feigenbaum-Diagramm
Jetzt möchte ich noch einen Vergleich zwischen den Werten von und den Fixpunktwerten illustrieren. Wers schon kennt findet das passende Youtube-Video Feigenbaumdiagramm auf gym math. Setzen wir den Plot von oben fort und suchen Fixpunkte höherer Ordnung, so ergibt sich folgendes Bild, das Feigenbaum-Diagramm genannt wird:
Ihr seht hier den kompletten Bereich . Grün habe ich jeweils markante Änderungen im Fixpunktverhalten hervorgehoben. Oben sind das der Übergang vom Attraktor zum Attraktor bei , dann zum 2-Zyklus bei , zum 4-Zyklus bei und etwas später zum 8-Zyklus.
Ferner, falls vom einem zum nächsten Plot ein "Zoom" erfolgt, so hab ich das Fenster in Orange angedeutet. Natürlich kann man sich auch an der Skala orientieren.
Jetzt setze ich die grünen Marker auf Fenster, in denen man 3-, 5-, 7- und 9-Zyklen beobachten kann.
Phänomenal! Da haben wir eine kleine Kopie - zumindest siehts so aus - des "grossen" Feigenbaum-Diagramms! Man spricht in diesem Zusammenhang etwa auch von Selbstähnlichkeit. Dazu vielleicht mehr im Kapitel Fraktale.
Ungerade Zyklen
Zu Beginn hatte man den Eindruck, es würden nur Zyklen der Ordnung existieren. Es gibt aber wie oben gesehen auch ungerade Zyklen, zum Beispiel der Ordnung 3,5,7 oder 9.
Die sind im Folgenden im Überblick mit einem Cobweb Diagramm illustriert.
Fraktale
Fraktale und die Mandelbrotmenge
Aus Wikipedia:
Fraktal ist ein vom Mathematiker
Benoît Mandelbrot1975 geprägter Begriff (lateinisch fractus "gebrochen", von lateinisch frangere‚ (in Stücke zer-)‚brechen), der bestimmte natürliche oder künstliche Gebilde oder geometrische Muster bezeichnet.
Diese Gebilde oder Muster besitzen im Allgemeinen keine ganzzahlige Hausdorff-Dimension, sondern eine gebrochene – daher der Name – und weisen zudem einen hohen Grad von Skaleninvarianz bzw. Selbstähnlichkeit auf. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Objekt aus mehreren verkleinerten Kopien seiner selbst besteht. Geometrische Objekte dieser Art unterscheiden sich in wesentlichen Aspekten von gewöhnlichen glatten Figuren.
Zuerst möchte ich einige Bilder zeigen, bevor wir uns dann auf die Mandelbrotmenge stürzen.
Die Koch'sche Schneeflocke

Die Sierpinski Pyramide

Der Romanesco

Das Farn

Die Mandelbrotmenge
